Bürgerkrieg in Syrien

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Der Bürgerkrieg in Syrien

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Der Bürgerkrieg in Syrien

Die Massenproteste, die Anfang des Jahres 2011 nahezu alle Staaten der arabischen Welt erfasst und in Tunesien, Ägypten, Libyen und Jemen zum Umsturz langjähriger Autokraten geführt hatten, wurden von optimistischen Beobachtern zum „arabischen Frühling“ erklärt. Doch auf Hoffnung folgte schon bald Ernüchterung. Nur Tunesien beschritt relativ erfolgreich den Weg in die Demokratie; in Ägypten dagegen putschte sich das Militär zurück an die Macht, Libyen zerfiel in zwei verfeindete Regierungen, und auch der Jemen zerbrach entlang konfessioneller, stammesmäßiger und sozialer Konfliktlinien. Am schlimmsten jedoch traf es Syrien, wo Präsident Baschar al-Assad bis dahin einen Weg der wirtschaftlichen Modernisierung und einer – wenn auch sehr zögerlichen – politischen Reform beschritten hatte. Auf die sich ausweitenden Proteste im Land reagierte er jedoch nicht mit politischen Zugeständnissen (wie die Könige Marokkos und Jordaniens), sondern setzte von Anfang an auf tödliche Gewalt gegen das eigene Volk. So entwickelte sich aus Protest und Repression ein mit äußerster Brutalität geführter Bürgerkrieg.

Der Krieg ließ das Land buchstäblich ausbluten: Bis Ende 2015, in vier Jahren Krieg, wurden nach Schätzungen der UN mehr als 250000 Menschen getötet, das Syrian Center for Policy Research geht sogar von nahezu einer halben Million (470000) Todesopfer aus. Die Bevölkerung schrumpfte von etwa 22 Millionen vor Beginn des Bürgerkriegs auf schätzungsweise 20 Millionen (2015); ohne den Krieg hätte sie in diesem Jahr aufgrund des natürlichen Bevölkerungswachstums eigentlich bei über 25 Millionen liegen müssen. Von der verbliebenen Bevölkerung ist mehr als die Hälfte auf der Flucht: In Syrien selbst sind es allein 6,6 Millionen Menschen, in den Nachbarländern leben weitere 4,7 Millionen syrische Flüchtlinge. Vor allem für kleine Länder wie Jordanien und den Libanon bedeutet das eine enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastung. Im Libanon stehen die rund eine Million Flüchtlinge einer Bevölkerung von nur 4 Millionen gegenüber. Nach Europa ist dagegen nur ein Teil der Flüchtlinge aufgebrochen; von 2011 bis 2015 zählten die dortigen Behörden annähernd eine Million Asylanträge mit dem Herkunftsland Syrien.

Eine Lösung des Konfliktes scheint nicht in Sicht. Zu verhärtet sind die Fronten, zu zahlreich die Akteure, zu gegenläufig die Interessen. Während das Assad-Regime von Russland und Iran gestützt wird, setzt der Westen, wie auch Saudi-Arabien und Katar, auf „moderate“ Rebellengruppen. Die Türkei folgt dieser Linie zwar, fürchtet aber vor allem ein Erstarken der syrischen Kurden. Und im Nordwesten Syriens hat der sogenannte „Islamische Staat“ eine Terrorherrschaft errichtet, die er 2014 auf Teile Iraks ausweitete.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2016
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