Afghanistan

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Infografik Nr. 874495

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Der Ursprung der politischen Einheit „Afghanistan“ lässt sich auf das Jahr 1747 datieren, als Ahmad Schah erstmals die Stämme am Hindukusch unter einer Herrschaft vereinte. Zentrum wurde erst Kandahar, dann Kabul. Rund 100 Jahre später wurde das Land zu einem Spielstein im imperialistischen „Great Game“ zwischen Russland und Großbritannien. Russland wollte über Afghanistan zu den warmen Meeren im Süden gelangen, Großbritannien den Landweg nach Indien sichern. Doch das von kriegerischen Stämmen bewohnte Bergland entzog sich diesen Ambitionen. Nach zwei blutigen Kriegen gab Großbritannien sein Streben nach einer Kontrolle des Landes auf und begnügte sich mit einem Protektorat, das Afghanistans Außenpolitik unter britische Kuratel stellte, die inneren Verhältnisse aber unberührt ließ.

1919 erlangte Afghanistan als „Emirat“ seine volle Unabhängigkeit. Die Monarchie wurde 1973 gestürzt und durch eine Republik abgelöst. Bald schickte sich die nächste Großmacht an, Afghanistan kontrollieren zu wollen: Nach der Ermordung des pro-russischen Präsidenten Taraki 1979 marschierte die Sowjetunion ein. Doch der Krieg geriet zum Desaster, und die Überdehnung ihrer Kräfte in Afghanistan trug zum späteren Kollaps der Sowjetunion bei. Der Kampf gegen die sowjetischen Invasoren wurde zunehmend religiös aufgeladen. Die Widerstandskämpfer nannten sich „Mudschaheddin“ (= den Dschihad Führende) und wurden unterstützt von Pakistan und Saudi-Arabien, das seinen Einfluss über den Export seiner radikalen Islamauslegung zu erweitern suchte. So zogen auch religiös motivierte arabische Kämpfer nach Afghanistan. Auch die USA unterstützten die Mudschaheddin, um über sie die Sowjetunion zu schwächen.

Die USA beförderten damit aber eine Kraft, die sich bald gegen sie wenden würde. Aus Teilen der Widerstandskämpfer entstanden die Taliban („Koranschüler“), die Mitte der 1990er Jahre das Land eroberten und eine extrem radikale religiöse Terrorherrschaft errichteten. Sie duldeten auch den Verbleib arabischer Terroristen der al-Qaida. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001, die von der al-Qaida geplant worden waren, marschierte die NATO unter Führung der USA im Oktober 2001 in Afghanistan ein. Auch Deutschland nahm teil. Zwar gelang die Einsetzung einer prowestlichen Regierung, aber keine stabile Befriedung des Landes. Die Taliban wichen nach Pakistan aus und gewannen von dort aus nach und nach Gebiete in Afghanistan zurück. Für die künftige politische Ordnung wurden sie zunehmend unentbehrlich. Dennoch erklärten die USA im April 2021, bis September alle Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Auch die NATO verkündete kurz darauf, ihren längsten und verlustreichsten Einsatz vollständig zu beenden.

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