Der Korea-Konflikt

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Infografik Nr. 878700

Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel geht auf die Anfänge des Kalten Krieges zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Niederlage Japans, das Korea 1910 annektiert hatte, besetzten die Sowjetunion den Norden und die USA den Süden der Halbinsel. Als Nordkorea im Juni 1950 mit dem Ziel der Wiedervereinigung den Süden überfiel, begann der Korea-Krieg, in dem die UdSSR und China den Norden unterstützten und die USA unter UN-Mandat an der Seite Südkoreas kämpften.

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Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel geht auf die Anfänge des Kalten Krieges zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Niederlage Japans, das Korea 1910 annektiert hatte, besetzten die Sowjetunion den Norden und die USA den Süden der Halbinsel. Während im Süden eine Militärregierung errichtet wurde, begann der Norden unter dem Partisanenführer Kim Il Sung mit dem Aufbau eines kommunistischen Staates. Nach dem Rückzug der Besatzungstruppen wurden im Süden Wahlen abgehalten und am 15.8.1948 die Republik Korea proklamiert. Der Norden reagierte am 9.9.1948 mit der Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Korea. Als Nordkorea im Juni 1950 mit dem Ziel der Wiedervereinigung den Süden überfiel, begann der Korea-Krieg, in dem die UdSSR und China den Norden unterstützten und die USA unter UN-Mandat an der Seite Südkoreas kämpften. Der Krieg endete 1953 mit einem Waffenstillstand, der die Teilung Koreas entlang einer Grenzlinie auf Höhe des 38. Breitengrads besiegelte.

Während sich Südkorea seitdem zu einer prosperierenden Industrienation entwickelte, blieb Nordkorea unter der Diktatur der Familie Kim ein verarmtes, international isoliertes Entwicklungsland. In den 1990er Jahren starben dort durch eine Hungersnot bis zu eine Million Menschen. Vorrang erhielt stets das Militär als Machtbasis des Regimes. Unter Kim Jong Il, Sohn und Nachfolger von Kim Il Sung, wurden 2006 erstmals Atomwaffen getestet; weitere Tests folgten unter Kim Jong Un, der seit 2011 regiert. 2017 testete Nordkorea eine Interkontinentalrakete, die theoretisch auch die US-Westküste erreichen könnte. Wegen des Atomprogramms und der Raketentests verhängte der UN-Sicherheitsrat mehrere Sanktionen.

Eine dauerhafte Entspannung zwischen Nord- und Südkorea führte auch die vom südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung 1998 eingeleitete "Sonnenscheinpolitik" nicht herbei. Den USA als Schutzmacht Südkoreas drohte Nordkorea mehrfach mit einem Nuklearangriff. US-Präsident Donald Trump erwiderte die Kriegsrhetorik zunächst in aller Schärfe. Doch seit einem Treffen mit Kim Jong Un in Singapur 2018, dem ersten auf Spitzenebene zwischen den USA und Nordkorea, fand er für den Diktator vor allem warme Worte. Denn Nordkorea hatte sich bereit erklärt, seine Atomwaffen vollständig zu vernichten, wenn die USA im Gegenzug Sicherheitsgarantien bieten — konkretisiert wurde allerdings nichts. Auch gegenüber Südkorea begann Kim Jong Un eine diplomatische Offensive, überschritt symbolhaft die Grenze und vereinbarte u.a. die Beendigung des Kriegszustands. Allerdings bleibt der Veracht, dass Kim taktiert: Denn Satellitenbilder lassen darauf schließen, dass Nordkorea weiter an seinen Atomanlagen baut.

Reihe: 53
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Ausgabe: 12/2018
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