Territorialkonflikte im chinesischen Meer

Territorialkonflikte im chinesischen Meer

Infografik Nr. 878551

Territorialkonflikte im Chinesischen Meer

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Territorialkonflikte im Chinesischen Meer

Der Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen Großmacht wird von den übrigen Staaten der Region zunehmend als Bedrohung wahrgenommen. Denn Peking setzt seine wachsende Wirtschaftskraft seit einigen Jahren verstärkt für die Aufrüstung seiner Seestreitkräfte ein und tritt bei der Formulierung seiner Gebietsansprüche im ost- und südchinesischen Meer immer bestimmter auf. Einige der Territorialdispute zwischen China und seinen Nachbarn bergen das Potenzial für einen größeren Konflikt im Westpazifik.

Mit Japan streitet sich China um ein fischreiches Gebiet im ostchinesischen Meer, in dem auch große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Beide Länder stützen ihre Forderungen auf das UN-Seerechtsübereinkommen. Japan macht das Recht auf eine Ausschließliche Wirtschaftszone jenseits seiner Küstengewässer, ausgehend von den Kyushyu- und Ryukyu-Inseln, geltend. China dagegen beruft sich auf Nutzungsrechte im Rahmen des Festlandsockel-Prinzips. Als Japan im September 2012 ankündigte, eine in Privatbesitz befindliche Inselgruppe (japanisch: Senkaku, chinesisch: Diaoyu) in dem umstrittenen Gebiet nationalisieren zu wollen, führte dies zu ernsten Spannungen mit China.

Im südchinesischen Meer spielt neben Fischbeständen und vermuteten Öl- und Gasvorkommen auch die Kontrolle strategischer Seewege eine Rolle, denn der Großteil der Rohstofflieferungen nach Ostasien passiert diese Gewässer. China legte 2009 eine Karte vor, in der fast das gesamte südchinesische Meer beansprucht wird. Taiwan, das sich als einzig legitime Vertretung des chinesischen Volkes versteht, macht denselben Anspruch geltend. Größter Konkurrent Chinas ist jedoch Vietnam. Zu militärischen Auseinandersetzungen mit Hanoi kam es 1974 über die Paracel-Inseln, die in der Folge von Peking besetzt wurden, und zuletzt 1988 über die Spratly-Inseln. Wiederholte Spannungen gab es auch mit den Philippinen, die neben Teilen der Spratly-Inseln das Scarborough Riff als Hoheitsgebiet betrachten. Die Spratly-Inseln werden zum Teil auch von Malaysia und Brunei beansprucht.

Schon aus wirtschaftlichen Überlegungen ist aber keinem der mit Peking um Hoheitsgebiete konkurrierenden Staaten an einer Eskalation gelegen. Um Chinas Gewicht auszubalancieren, sind insbesondere Vietnam und die Philippinen an einer multilateralen Konfliktlösung unter Einbeziehung der USA interessiert. China dagegen bevorzugt bilaterale Lösungen, weil es so seine politische und ökonomische Machtposition besser ausspielen kann. Versuche, einen für alle Parteien verbindlichen Verhaltenskodex zur Konfliktbeilegung im Rahmen der ASEAN festzulegen, blieben bislang ohne Erfolg.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2013
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