Juli-Krise 1914

Juli-Krise 1914

Infografik Nr. 701762

Juli-Krise 1914: Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Der Erste Weltkrieg gilt als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Aus deutscher Sicht bereiteten sein Verlauf und v ...

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Juli-Krise 1914: Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Der Erste Weltkrieg gilt als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Aus deutscher Sicht bereiteten sein Verlauf und vor allem seine Beendigung im Versailler Friedensvertrag den Boden für die spätere Machtübernahme der Nationalsozialisten und den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Die tieferen Ursachen des ersten „Großen Krieges“ reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert, als der globale Wettlauf der europäischen Großmächte um Kolonien und Einflusszonen eine solche Dynamik entfachte, dass um die Jahrhundertwende fast alle noch „freien“ Räume der Erde ausgefüllt waren (Phase des „Hochimperialismus“). Das Bestreben des deutschen Kaisers, in diesem Wettstreit nachzuziehen und eine eigene imperialistische Politik zu verfolgen, führte letztlich zu einer bündnispolitischen Blockbildung in Europa, in der die „Mittelmächte“ Deutschland und Österreich-Ungarn mit zwei unsicheren Verbündeten (Italien, Rumänien) der sogenannten Triple Entente aus Großbritannien, Frankreich und Russland gegenüberstanden.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs in der Juli-Krise folgte der Logik dieser Bündnisstruktur. Der Funken entzündete sich auf dem Balkan, als am 28.6.1914 der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo einem Attentat zum Opfer fiel. Wien vermutete die Drahtzieher im mit Russland verbündeten Serbien. Die deutsche Führung drängte ihren Bündnispartner auf ein entschiedenes Vorgehen gegen Serbien und versprach am 6.7. in einem „Blankoscheck“, ihm im Falle eines russischen Angriffs zur Seite zu stehen. Einem scharf gehaltenen Ultimatum Österreich-Ungarns vom 23.7. kam Serbien zwar unerwartet weit entgegen, lehnte aber vor allem die Untersuchung des Attentats durch habsburgische Beamte ab. Dies nahm Wien zum Anlass für seine Kriegserklärung an Serbien (28.7), auf die Russland umgehend mit der Gesamtmobilmachung seiner Streitkräfte (30.7.) reagierte. Das Szenario eines russischen Angriffs auf Österreich-Ungarn, der dann von Deutschland beantwortet und letztlich in einen Zweifrontenkrieg gegen Russland und dessen Verbündeten Frankreich münden würde, zeichnete sich ab. Berlin richtete daher am 31.7. ein Ultimatum an Russland, seine Mobilmachung binnen 12 Stunden einzustellen, und eines an Frankreich, das seine Neutralität im Falle eines deutsch-russischen Krieges erklären sollte. Als weder Russland noch Frankreich den Ultimaten nachkamen, erklärte Deutschland beiden Staaten den Krieg (1.8. Russland, 3.8. Frankreich). Dem „Schlieffen-Plan“ eines zangenförmigen Angriffs auf Frankreich folgend marschierten deutsche Truppen am 4.8. ins neutrale Belgien ein. Großbritannien stellte noch am selben Tag ein vergebliches Ultimatum an Deutschland, die Neutralität Belgiens zu respektieren. Mit dieser faktischen Kriegserklärung befanden sich schließlich alle europäischen Großmächte im Krieg.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2014
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