Kriminalität in Deutschland

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Kriminalität in Deutschland

Die Kriminalitätsentwicklung im früheren Bundesgebiet folgte bis 1990 einem langfristig steigenden Trend. In den ersten Jahren nach der deutschen Einigung n ...

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Die Kriminalitätsentwicklung im früheren Bundesgebiet folgte bis 1990 einem langfristig steigenden Trend. In den ersten Jahren nach der deutschen Einigung nahm das kriminelle Geschehen – nun auf ganz Deutschland bezogen – an Intensität und Umfang noch einmal deutlich zu. Danach bewegte sich die Zahl der Straftaten mehr als zwanzig Jahre lang auf relativ hohem Niveau. Für 2017 verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik aber einen deutlichen Rückgang auf 5,67 Mio Delikte. Dieser erklärt sich zu einem Teil aus der Abnahme ausländerrechtlicher Verstöße (z.B. unerlaubte Einreise), wie sie in den Vorjahren mit der verstärkten Flüchtlingszuwanderung einhergegangen waren. Im Durchschnitt ereigneten sich 6 980 Straftaten je 100 000 Einwohner – der niedrigste Wert seit der deutschen Einigung.

In die Polizeiliche Kriminalstatistik werden die von der Polizei bearbeiteten strafbaren Handlungen (ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte) aufgenommen. Sie erfasst allerdings nur einen Ausschnitt des tatsächlichen kriminellen Geschehens, der je nach Art des Delikts stark vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung und von der Intensität der polizeilichen Ermittlungen abhängt. Auch in anderer Hinsicht ist die Statistik unvollständig: So fehlen in ihr u. a. die Wirtschaftsstraftaten, Steuer- und Zollvergehen, die von Staatsanwaltschaften, Finanz- oder Zollbehörden unmittelbar bearbeitet werden. Die Kriminalstatistik liefert aber Anhaltspunkte für die vorbeugende und verfolgende Verbrechensbekämpfung und erlaubt Rückschlüsse auf Veränderungen im kriminellen Verhalten.

Grundsätzlich prägen die in der Gesellschaft geltenden Leitwerte – Besitz, Verbrauch und Mobilität – auch das Erscheinungsbild der Kriminalität. So lag der Schwerpunkt der registrierten Straftaten auch 2017 wieder auf den Eigentums- und Vermögensdelikten. Während die Zahl der Diebstähle insgesamt seit 1993 von 4,15 auf 2,09 Mio Fälle zurückging, blieb die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte (wie Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung) seit 2000 aber fast konstant hoch (2017: 1,12 Mio Fälle). Übergriffe auf Leib und Leben machen einen weiteren Schwerpunkt kriminellen Handelns aus. 2017 wurden 188 950 Gewaltdelikte registriert, darunter schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung sowie 2379 Fälle von Mord und Totschlag.

Die Ermittlungen der Polizei richteten sich gegen 2,11 Mio Tatverdächtige (75 % davon Männer). Aufgeklärt wurden 3,29 Mio Straftaten (57 %), darunter allerdings viele Delikte, bei denen der Tatverdächtige gewöhnlich schon feststeht, wenn Anzeige erstattet wird (z.B. Ladendiebstahl, ausländerrechtliche Verstöße).

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2018
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