Islamistische Gruppen in Deutschland

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Islamistische Gruppen in Deutschland

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Islamistische Gruppen in Deutschland

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, die auch auf deutschem Boden vorbereitet worden waren, rückte der Islamismus ins Visier des deutschen Verfassungsschutzes. Allen islamistischen Strömungen gemeinsam ist die Politisierung des Islam. Das bringt sie in Konflikt mit dem Grundgesetz, denn aus islamistischer Sicht können die „gottgewollten“ Prinzipien des Korans und der Scharia grundsätzlich keiner „weltlichen“ Gesetzgebung untergeordnet werden. Die Frage aber, ob diese Prinzipien mit dem Grundgesetz vereinbar sein können, wird sehr unterschiedlich beantwortet. Auch reicht das Spektrum von Organisationen, die Gewalt grundsätzlich ablehnen, bis hin zu extrem gewalttätigen Terrorgruppen.

Zu den gewaltlosen islamistischen Organisationen in Deutschland gehört die Islamische Gemeinschaft Millî Görüš (IGMG). Sie vertritt einen türkisch-nationalistischen Islamismus und umfasst mehr als 30000 Mitglieder. Mit großem Abstand (1300 Mitglieder) folgt die Muslimbruderschaft. Sie wurde 1928 in Ägypten gegründet und ist die älteste islamistische Bewegung. Auch die Muslimbruderschaft lehnt Gewalt prinzipiell ab, ausgenommen ist aber der Widerstand gegen „Besatzer“ (gemeint ist vor allem Israel). In Ägypten wurde die Muslimbruderschaft 2013 als Terrororganisation eingestuft, wobei politische Erwägungen des autoritären Militärregimes eine Rolle spielten. Die Tablighi Jama’at mit Wurzeln in Südasien ist in Deutschland primär um die Werbung von Anhängern bemüht. Sie zählt ca. 700 Mitglieder. Aus dem Rahmen des vorwiegend sunnitischen Islamismus fällt das schiitische Islamische Zentrum Hamburg e.V. (IZH) mit Verbindungen zum iranischen Regime. Belastbare Mitgliederzahlen gibt es aber nicht.

Im Grenzbereich bewegen sich die Türkische Hisbollah und die Hizb ut-Tahrir: Sie befürworten Gewalt, sind aber nicht (mehr) terroristisch aktiv. Terroristische Gruppen mit einer regionalen Agenda sind die Hamas, die aus der Muslimbruderschaft entstand, und die schiitisch-libanesische Hisbollah, die unter Einfluss des Iran gebildet wurde. Erklärtes Ziel beider Organisationen ist die Vernichtung Israels. Das Kaukasus-Emirat strebt nach einem islamistischen Staat im Nordkaukausus. Eine globale Agenda verfolgen die radikal-islamistische Al-Qaida und ihre Ableger. Ihr größter Konkurrent, der noch radikalere Islamische Staat (IS), legt den Schwerpunkt auf die arabische Welt, ist aber grundsätzlich auch global ausgerichtet.

Unter Beobachtung des Verfassungschutzes stehen auch ca. 7000 Salafisten. Der Salafismus propagiert eine Rückkehr zum „reinen“ Islam, wie ihn die Urgemeinde um Mohammed praktizierte. Nicht jeder Salafist ist gewaltbereit, doch der radikal-islamistische Terrorismus folgt einem salafistischen Islamverständnis.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2015
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