Islamistische Terrorgruppen

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Islamistische Terrorgruppen

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Islamistische Terrorgruppen

Der Aufstieg des militanten Islamismus begann in den 1970er Jahren, nachdem die katastrophale Niederlage der arabischen Armeen im Sechs-Tage-Krieg (1967) das Ende der panarabischen Bewegung besiegelt hatte. Die ideologischen Fundamente waren bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelegt worden. Als wichtigster Vordenker gilt der ägyptische Muslimbruder Sayyid Qutb (1966 hingerichtet). Qutb knüpfte an die reformislamische Strömung des Salafismus an, der die islamische Urgemeinde um den Propheten Mohammed zum Modell moderner islamischer Gesellschaften erklärt. Qutbs Interpretation des Salafismus ist im Kern kriegerisch: Die Hauptfeinde sind Machthaber in der muslimischen Welt, die nicht nach dem islamischen Recht (Scharia) regieren, und der Westen, der seit den Kreuzzügen versuche, den Islam zu vernichten – mit den Mitteln des Kolonialismus, einer Strategie des „Teilens und Herrschens“ in der muslimischen Welt und nicht zuletzt über die Verbreitung seiner liberalen und säkularen Kultur.

Seit den 1980er Jahren verbreitete sich der militante Islamismus weltweit. Auftrieb erhielt er durch die sowjetische Invasion Afghanistans, den Golfkrieg von 1990/91, die Kriege Russlands in Tschetschenien und die der USA in Afghanistan und dem Irak. Auch heute gedeihen islamistische Terrorgruppen vor allem dort, wo bewaffnete Konflikte stattfinden und das staatliche Gewaltmonopol fragil oder zerstört ist.

In Afrika gilt das für die Sahel-Zone, wo der algerische Bürgerkrieg den Aufstieg der GSPC, später umbenannt in Al-Qaida im Maghreb, beförderte. In Nigeria nähren die Spannungen zwischen Muslimen und Christen die Terrorgruppe Boko Haram, und in Somalia war es der Bürgerkrieg, aus dem die Al-Shabaab hervorging. Im Nahen Osten entstand auch die Hisbollah im Libanon in der Folge eines Bürgerkrieges. Inzwischen ist sie auch eine politische Partei, ebenso wie die im Gazastreifen regierende Hamas, die sich aus einer palästinensischen Massenrevolte („Intifada“) gegen Israel entwickelte. Der wesentlich radikalere Islamische Staat (IS) verdankt seinen Aufstieg dem syrischen Bürgerkrieg und den Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak. In Südasien wurden die Taliban während des afghanischen Bürgerkrieges von Pakistan und Saudi-Arabien aufgebaut. Heute führen sie einen Guerillakrieg gegen die Regierungen in Kabul und Islamabad. Im Norden Pakistans nährt der Kaschmir-Konflikt mit Indien den regionalen Terrorismus. In Südostasien bilden die zahlreichen und schwer zu kontrollierenden Sulu-Inseln ein Rückzugsgebiet für regionale Terror-Organisationen, ebenso die südliche Philippinen-Insel Mindanao. Zu den aktivsten Gruppen in der Region zählen die Jemaah Anshorut Tauhid, Jeemah Islamiya und Abu Sayyaf.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2014
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