Kooperation am Golf

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Der Golf-Kooperationsrat

Auf der arabischen Halbinsel lösten die Milliarden aus dem Ölgeschäft in den 1970er Jahren eine sprunghafte wirtschaftliche Entwicklung mit ungewissen sozialen ...

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Der Golf-Kooperationsrat

Auf der arabischen Halbinsel lösten die Milliarden aus dem Ölgeschäft in den 1970er Jahren eine sprunghafte wirtschaftliche Entwicklung mit ungewissen sozialen und politischen Folgen aus, zu deren Steuerung eine engere Zusammenarbeit zwischen den benachbarten konservativen Monarchien geboten schien. Die wachsenden Spannungen in der Region legten außerdem ein Zusammengehen in außen- und sicherheitspolitischen Fragen nahe. Nach Ausbruch des Krieges zwischen Irak und Iran (im September 1980) beschlossen die Golf-Anrainer Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) deshalb, ihre Zusammenarbeit institutionell zu verfestigen. Am 25. Mai 1981 erfolgte die Gründung des Golf-Kooperationsrats. Dessen Mitgliedstaaten sind autokratisch geführte Monarchien, in denen die herrschenden Großfamilien die wichtigen staatlichen Funktionen besetzen und Wirtschaft und Gesellschaft dominieren. Auch ökonomisch sind sie sich ähnlich: Sie verfügen (bis auf Bahrain und Oman) über reiche Öl- und Gasvorkommen, jedoch nur über eine schmale produktive Basis.

Obwohl die Gründung des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council – GCC) in einer Situation äußerer Bedrohung erfolgte, stand die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt seiner weiteren Entwicklung. Bereits 1983 wurde eine Freihandelszone errichtet, die sich 2003 zur Zollunion weiterentwickelte. Seit 2008 bilden die Golfstaaten einen Gemeinsamen Markt. Die geplante Einführung einer gemeinsamen Währung kam jedoch ins Stocken, nachdem sich Oman bereits 2006 zurückgezogen hatte und Anfang 2009 die Vereinigten Emirate ausschieden. Konflikte und Rivalitäten zwischen den Golfstaaten, insbesondere die Furcht der kleineren Staaten vor der Dominanz Saudi-Arabiens, überschatten auch ihre politische Integration. So sperrt sich etwa Oman gegen die von Riad angestrebte Golf-Union.

Nach den Umwälzungen als Folge des Irakkriegs, des „Arabischen Frühlings“ und des Bürgerkriegs in Syrien rückten Fragen der sicherheitspolitischen Kooperation für den GCC wieder in den Vordergrund, wenngleich auch dabei nicht immer Übereinstimmung herrscht. Divergenzen gibt es etwa in der Haltung zum Iran und in der Unterstützung rivalisierender Kräfte außerhalb der Golfregion. Die Golfstaaten haben sich jedoch zu gegenseitigem militärischen Beistand verpflichtet und unterhalten eine gemeinsame Einsatztruppe (Peninsula Shield Force). Wegen der Risiken durch das Machtstreben des Iran und den Terrorismus suchen sie inzwischen nach weiteren Partnern. Jordanien und Marokko wurden 2014 zur Mitgliedschaft im GCC eingeladen. Wie Ägypten nahmen sie 2015 am Militäreinsatz gegen die Huthi-Rebellion im Jemen teil.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2015
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