Regionalmacht Iran

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Am 1. April 1979 brach für Iran eine neue Zeitrechnung an: Das seit 1925 bestehende Schah-Regime der Pahlavi-Dynastie war gestürzt, die Monarchie musste der neuen Is ...

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Regionalmacht Iran

Am 1. April 1979 brach für Iran eine neue Zeitrechnung an: Das seit 1925 bestehende Schah-Regime der Pahlavi-Dynastie war gestürzt, die Monarchie musste der neuen Islamischen Republik weichen. Hatte die abgelöste Monarchie den Charakter einer nach Modernisierung strebenden Entwicklungsdiktatur, so etablierte der neue Staat eine konservative Theokratie, die ein Gegenbild zur westlichen Moderne entwickelt und sich eine Führungsrolle im Kampf gegen den westlichen „Neokolonialismus“, insbesondere die USA, und gegen Israel zuschreibt. Nach der 2005 bekanntgegebenen „Zwanzig-Jahre-Vision“ will Iran bis 2025 auch in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technologischer Hinsicht zur Nummer 1 der Region werden.

Die Qualifikation zur regionalen Führungsmacht im mittleren Orient leitet Iran aus seiner geopolitisch zentralen Position, aus der Größe des Landes und seiner Bevölkerung, seinem Ressourcenreichtum und der Bedeutung seiner (vor)islamischen Zivilisation ab. Iran befindet sich im geografischen Schnittpunkt zwischen dem Nahen Osten, Zentralasien und Vorderindien. Mit den wichtigen Akteuren in der vorwiegend islamischen Nachbarschaft – Saudi-Arabien, der Türkei, Indien und Pakistan – pflegt Teheran ständige, wenngleich nicht immer ungetrübte Beziehungen; vor allem mit Saudi-Arabien rivalisiert es um Einfluss. Iran ist Mitglied der ECO, der regionalen Wirtschaftsorganisation des mittleren Orients. Als Beobachter nimmt Iran an den Treffen der Shanghaier Organisation, des Sicherheitsbündnisses zwischen Russland, China und mehreren zentralasiatischen Staaten, teil und strebt dort ebenso wie in der Welthandelsorganisation WTO eine Vollmitgliedschaft an. Iran gehört ferner dem IWF und der Weltbank an. Eine wichtige Rolle nimmt Iran in der Organisation der Ölexportstaaten OPEC ein. Überhaupt stützen sich seine außen- und wirtschaftspolitischen Ambitionen großenteils auf seine reichen Öl- und Gasvorkommen: Iran verfügt über die weltweit größten Erdgasreserven, bei den Ölreserven belegt es den vierten Rang.

Irans Streben nach regionaler Stärke wird von wirtschaftlichen und politischen Problemen überdeckt. Eine Quelle verbreiteter Unzufriedenheit liegt in der Arbeitslosigkeit, die auf rund 20 % geschätzt wird, und in den fehlenden Berufsaussichten für qualifizierte junge Leute. Die Probleme sind zu einem guten Teil hausgemacht, wurden durch die seit 2006 wegen des iranischen Atomprogramms verhängten internationalen Wirtschaftssanktionen aber verschärft. Nach dem Abkommen von Lausanne vom Juli 2015 sollen diese Sanktionen schrittweise aufgehoben werden. Im Gegenzug verpflichtete sich Teheran auf die Reduzierung seines Atomprogramms unter der Kontrolle der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO).

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 08/2015
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