Jerusalem – Hauptstadt der Weltreligionen

Jerusalem – Hauptstadt der Weltreligionen

Infografik Nr. 872670

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Auf Karten aus dem mittelalterlichen Europa liegt Jerusalem genau in der Mitte, als Zentrum der Welt – kein Zufall, denn in der jüdisch-christlichen Tradition ist Jerusalem die wichtigste Stadt überhaupt. Bedeutsam für das Judentum ist vor allem der Tempelberg, wo König Salomo im ersten Jahrtausend v. Chr. den Ersten Tempel errichtet haben soll. Der Tempel bildete den Mittelpunkt des antiken jüdischen Königreichs. Nach der Brandschatzung des Ersten Tempels durch Nebukadnezar im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde der Zweite Tempel erbaut, den wiederum im Jahr 70 n. Chr. die Römer zerstörten. Ein Teil der Westmauer steht aber noch und bildet heute als Klagemauer das zentrale Heiligtum im Judentum. Auch für das Christentum ist Jerusalem der wichtigste Ort, denn dort soll sich die Erlösung der Menschheit durch Jesu Kreuzigung und Auferstehung ereignet haben. Über dem Berg Golgotha, der angeblichen Kreuzigungsstätte, zu dessen Fuß auch die Grabhöhle Jesu gelegen haben soll, ließ der römische Kaiser Konstantin bereits im 4. Jahrhundert die Grabeskirche errichten. Nicht zuletzt spielt Jerusalem auch im Islam eine Hauptrolle. Wie im Judentum ist dabei vor allem der Tempelberg von Bedeutung, denn von dort aus soll Mohammed auf einem weißen Schimmel in den Himmel aufgestiegen sein. Auf dem Tempelberg stehen seit dem Frühmittelalter der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee – letztere ist nach der Kaaba in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina das drittwichtigste Heiligtum im Islam.

Wegen seiner religiösen Bedeutung war Jerusalem zwischen Christen und Muslimen seit den Kreuzzügen umstritten. Heute ist Jerusalem einer der Hauptstreitpunkte im Nahostkonflikt, denn sowohl Israel als auch die Palästinenser beanspruchen Jerusalem als Hauptstadt. Nach dem ersten Nahost-Krieg verlief die Waffenstillstandlinie von 1949 („grüne Linie“) genau durch die Mitte des Stadtgebietes. Den westlichen Teil annektierte Israel schon 1950 und erklärte es zur Hauptstadt. Im Junikrieg von 1967 eroberte Israel dann auch Ost-Jerusalem und die gesamte Westbank, die bis dahin zu Jordanien gehört hatte. Aus Sicht der Palästinenser ist Ost-Jerusalem aber die Hauptstadt ihres künftigen Staates. Dem steht das israelische Jerusalem-Gesetz von 1980 entgegen, das Jerusalem zur „ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels“ erklärt. Diesen Anspruch untermauerte die israelische Siedlungspolitik der letzten Jahrzehnte: Unterstützt von der Rechtsprechung und vorangetrieben von der Siedlerbewegung nahmen immer mehr jüdische Israelis ihren Wohnsitz in Ost-Jerusalem, palästinensische Bewohner wurden dadurch verdrängt. Darüber hinaus zielte der Aus- und Neubau israelischer Siedlungen östlich von Jerusalem darauf ab, den Ostteil der Stadt vom palästinensischen Hinterland in der Westbank abzuschneiden.

Reihe: 53
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Ausgabe: 07/2021
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