Das Wachstum der Wirtschaft Chinas 1990-2017

Das Wachstum der Wirtschaft Chinas 1990-2017

Infografik Nr. 878520

Anfang des 19. Jahrhunderts war China noch das wirtschaftlich mächtigste Land der Erde. Diese Stellung ging mit dem industriellen Aufstieg Europas, Nordamerikas und Japans verloren. Inzwischen ist ...

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Anfang des 19. Jahrhunderts war China noch das wirtschaftlich mächtigste Land der Erde. Diese Stellung ging mit dem industriellen Aufstieg Europas, Nordamerikas und Japans verloren. Inzwischen ist die Volksrepublik China aber zunehmend selbstbewusst in den Kreis der führenden Wirtschaftsnationen zurückgekehrt. Nach dem Tod Mao Zedongs (1976) hatte die Parteiführung unter Deng Xiaoping Ende der 1970er Jahre erste Wirtschaftsreformen eingeleitet und damit eine zunehmend dynamische Entwicklung in Gang gesetzt. Die ersten Reformschritte (ab 1978) galten der außenwirtschaftlichen Öffnung, durch die der Außenhandel angeregt und ausländisches Kapital ins Land geholt werden sollte. Um die landwirtschaftliche Produktion zu steigern, wurde die ländliche Kollektivwirtschaft aufgelöst (1979). Ab 1984 erfassten die Reformen auch den industriellen Sektor.

Während das rigide politische System beibehalten wurde, erhöhte sich in den 1990er Jahren das Tempo der wirtschaftlichen Umgestaltung. 1993 fiel die Entscheidung über den Umbau der Planwirtschaft zu einer „sozialistischen Marktwirtschaft“. Wichtige Stufen in diesem Prozess waren die rechtliche Regelung privatwirtschaftlicher Unternehmensformen, die Senkung von Importzöllen, die beginnende Umstrukturierung der Staatsbetriebe, die Teilkonvertierbarkeit der Landeswährung Renminbi/Yuan und der Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO (2001). Einen Schritt von kaum zu unterschätzender Wirkung vollzog China schließlich 2004, als es den Schutz des Privateigentums in der Verfassung verankerte. Die Schritt für Schritt vorangetriebene Modernisierung löste ein fulminantes Wirtschaftswachstum aus. Selbst 2009, auf dem Höhepunkt der globalen Wirtschaftskrise, stieg die reale Wirtschaftsleistung der Volksrepublik um 9,4 %. Ab 2011 schwächte sich das Wachstum allerdings ab. 2016 lag es bei „nur“ noch 6,7 %, 2017 bei 6,9 %. Gegenüber dem Ausgangsjahr der Reformen (1978) nahm das Volumen der gesamtwirtschaftlichen Produktion bis 2017 jedoch auf das 34-fache zu!

Das exportgetriebene Wachstum brachte zahlreiche problematische Nebenwirkungen hervor: ein enormes regionales Einkommensgefälle, das unkontrollierbare Wanderungsströme auslöste, Umweltschäden und Ressourcenverschwendung, Fehlleitung von Investitionen, Korruption, galoppierende Verschuldung usw. Unter dem Fünfjahresplan 2016-2020 soll sich die chinesische Wirtschaft deshalb stärker auf den Binnenkonsum, auf Dienstleistungen und Innovationen konzentrieren; Strukturreformen rücken in den Vordergrund. Das Wachstumsziel wurde auf durchschnittlich 6,5 % pro Jahr zurückgenommen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2018
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