Privatschulen

Privatschulen

Infografik Nr. 515341

Von Eltern werden Privatschulen trotz der finanziellen Belastung durch die Schulgebühren häufig bevorzugt, weil sie sich von ihnen einen besseren Schulerfolg für ihre Kinder versprechen. Tatsächlich schnitten Schüler von Privatschulen bei internationalen Leistungsvergleichen tendenziell besser ab als Schüler öffentlicher Schulen.

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Immer mehr Eltern in Deutschland schicken ihre Kinder auf eine Privatschule. Sie suchen nach einer Alternative zum staatlichen Schulbetrieb, weil sie eine konfessionell oder weltanschaulich geprägte Einrichtung bevorzugen oder weil sie ein freundlicheres Lernklima, individuellere Förderung und neue Unterrichtskonzepte wünschen. Die bestehenden Privatschulen oder besser: Schulen in freier Trägerschaft decken ein breites Spektrum ab. In der Regel können solche Schulen nach Landesrecht sowohl von Einzelpersonen als auch von juristischen Personen des privaten und des öffentlichen Rechts errichtet und betrieben werden. Die allgemeinbildenden Privatschulen stehen zumeist in kirchlicher Trägerschaft. Eine wichtige Rolle spielen auch die Waldorfschulen. Viele andere werden von Privatpersonen oder Vereinen getragen; dabei treten neben gemeinnützigen auch kommerzielle Schulträger auf. Artikel 7 des Grundgesetzes gewährt das Recht zur Errichtung privater Schulen mit staatlicher Genehmigung, sofern sie in ihren Lernzielen, ihrer Einrichtung und in der Qualifikation ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen.

Im Schuljahr 2017/18 waren in Deutschland 5839 Privatschulen zugelassen, davon 3 635 allgemeinbildende und 2 204 berufsbildende Schulen. Seit 1992 hat die Anzahl der Schulen in freier Trägerschaft somit um gut 80 % zugenommen. Die Zahl der Schüler stieg im gleichen Zeitraum von 574 000 auf 997 000 (+74 %). Über alle Schularten hinweg besucht inzwischen jeder 11. Schüler in Deutschland (9,2 %) eine Privatschule. Im allgemeinbildenden Schulbereich liegt der Schüleranteil der Privatschulen bei 9,1 %, bei den Gymnasien erreicht er bereits 12,2 %. Insgesamt ist der Anteil der Privatschüler in Deutschland jedoch noch deutlich niedriger als in den westeuropäischen Nachbarländern.

Von Eltern werden Privatschulen trotz der finanziellen Belastung durch die Schulgebühren häufig bevorzugt, weil sie sich von ihnen einen besseren Schulerfolg für ihre Kinder versprechen. Tatsächlich schnitten Schüler von Privatschulen bei internationalen Leistungsvergleichen tendenziell besser ab als Schüler öffentlicher Schulen. Allerdings kommen Kinder an Privatschulen häufiger aus bildungsnahen, finanziell besser gestellten Elternhäusern. Berücksichtigt man den sozialen Hintergrund, relativieren sich die Unterschiede: So zeigen Schüler öffentlicher Schulen in einem ähnlichen sozioökonomischen Kontext vergleichbar gute Ergebnisse wie Schüler an privaten Bildungseinrichtungen. Ein Motiv für die Wahl einer Privatschule wird oft aber gerade darin liegen, dass sie ihren Schülern einen sozial geschützten Raum bietet.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2019
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