Cybermobbing

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Infografik Nr. 538176

Im Gegensatz zum Mobbing in der „wirklichen“ Welt können die Täter beim Cybermobbing anonym bleiben. Sie sehen auch nicht unmittelbar die Reaktion ihrer Opfer, was zusätzlich enthemmend wirken kann. Für die Opfer sind die Folgen dagegen umso schlimmer. Denn das Mobbing im Internet hat ein viel größeres Publikum.

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Mobbing an sich ist kein neues Phänomen. Doch wo früher auf dem Pausenhof oder auf dem Schulweg gehänselt und ausgegrenzt wurde, hat sich das Mobbing heute vielfach in den virtuellen Raum verlagert. Dieses sogenannte Cybermobbing in Sozialen Netzwerken, über Messenger-Dienste oder auf Video-Plattformen kann verschiedene Formen annehmen. Häufig werden Beleidigungen und Diffamierungen online verbreitet. Dabei können auch private Daten der Opfer öffentlich werden: E-Mail-Adressen, Handynummern oder beschämende Fotos und Videos. Manchmal geht es auch um soziale Ausgrenzung im Internet, wenn Jugendliche zum Beispiel bewusst aus WhatsApp- oder Facebook-Gruppen ausgeschlossen werden, an denen sonst ihre gesamte Klasse oder ihre Peer-Group beteiligt ist.

Im Gegensatz zum Mobbing in der „wirklichen“ Welt können die Täter beim Cybermobbing anonym bleiben. Sie sehen auch nicht unmittelbar die Reaktion ihrer Opfer, was zusätzlich enthemmend wirken kann. Für die Opfer sind die Folgen dagegen umso schlimmer. Denn das Mobbing im Internet hat ein viel größeres Publikum – Freunde, Eltern, Bekannte oder auch völlig Fremde können es sehen, was die Schamwirkung enorm verstärkt. Zumal einmal ins Internet gelangte Inhalte oft nur sehr schwer wieder zu entfernen sind. Haben viele Nutzer ein peinliches Video auf ihren eigenen Festplatten gespeichert, bringt auch das Entfernen des Videos durch den Plattform-Betreiber wenig, denn die Datei kann ständig erneut hochgeladen werden. Ein frühes Beispiel ist das eines kanadischen Schülers, der sich selbst dabei filmte, wie er, etwas ungeschickt, eine Ballangel als fiktives „Lichtschwert“ schwingt. Mitschüler stellten das Video 2003 ins Internet, und bald wurde er als „Star Wars Kid“ von einem Millionenpublikum verspottet. Auch Klagen seiner Eltern verhinderten nicht, dass das Video bis heute auf zahlreichen Plattformen zu finden ist – für den Schüler ein traumatisches Erlebnis, das eine stationäre psychiatrische Behandlung und jahrelange Depressionen zur Folge hatte.  

Heute gehört Cybermobbing zum Alltag vieler Jugendlicher. In der vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführten JIM-Studie gab 2019 jeder fünfte Jugendliche (21 %) an, schon einmal im Internet beleidigt oder diffamiert worden zu sein. Jungen waren dabei stärker betroffen als Mädchen. 13 % der Jugendlichen berichteten sogar von peinlichen oder beleidigenden Videos im Internet, auf denen sie zu sehen waren. Davon waren Mädchen etwas häufiger betroffen als Jungen. Generell nahm die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Cybermobbing zu werden, mit steigendem Alter zu.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2020
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