Fachhochschulen in Deutschland

Fachhochschulen in Deutschland

Infografik Nr. 506006

Durch ein Abkommen zwischen den Bundesländern wurden die Fachhochschulen 1968 als neuer, eigenständiger Hochschultyp in die deutsche Bildungslandschaft eingeführt. Die Hochschulpolitik reagi ...

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Durch ein Abkommen zwischen den Bundesländern wurden die Fachhochschulen 1968 als neuer, eigenständiger Hochschultyp in die deutsche Bildungslandschaft eingeführt. Die Hochschulpolitik reagierte damit auf den wachsenden Bedarf der Wirtschaft an Hochschulabsolventen mit anwendungs- und praxisbezogener Ausbildung und auf die steigende Nachfrage junger Leute nach einer berufsorientierten Hochschulausbildung. Nach der deutschen Einigung wurde auch in den neuen Ländern ein flächendeckendes Netz von Fachhochschulen eingerichtet.

Die zentrale Aufgabe der Fachhochschulen liegt in der Ausbildung, deren Profil durch Praxisnähe, kurze Studienzeiten (die auch Praxissemester einschließen) und eine straffe, überschaubare Ordnung des Studiums gekennzeichnet ist. Im Unterschied zur Universitätsausbildung sind die Studiengänge an Fachhochschulen eher fachübergreifend und problemlösungsorientiert angelegt. Zunächst konzentrierte sich das Lehrangebot vor allem auf technisch-ingenieurwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Fachbereiche. Dieser Kanon erweiterte sich allmählich um Ausbildungsgänge für neue Aufgabenfelder (Information und Kommunikation, Umwelt, Medien, Pflege usw.) oder um Spezialbereiche aus universitären Fachgebieten (z.B. Wirtschaftsrecht, branchenbezogenes Management). Nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrats sollen weitere Fächer hinzukommen, um künftig für alle Aufgabenbereiche mit entsprechendem Bedarf praxis- und berufsfeldorientierte Studienprogramme anbieten zu können, z.B. in der Lehrerbildung und in der akademischen Ausbildung für Gesundheitsberufe.

Neben der Lehre gehört die anwendungsbezogene Forschung, Entwicklung und Weiterbildung zu den besonderen Stärken der Fachhochschulen. Sie nehmen damit vielfach eine Mittlerstellung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein. Als zukunftsweisende Weiterbildungsangebote empfiehlt der Wissenschaftsrat spezifische berufsbegleitende oder -qualifizierende Studiengänge (Stichwort: lebenslanges Lernen), welche die Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung verbessern.

In den letzten Jahren konnten die Kapazitäten der Fachhochschulen nicht zuletzt durch die Maßnahmen des Hochschulpakts zwischen Bund und Ländern deutlich ausgeweitet werden. Rund 35 % der Studienanfänger entscheiden sich inzwischen für ein Fachhochschulstudium. Im Wintersemester 2016/17 waren rund 957000 Studierende an den mehr als 200 Fachhochschulen in Deutschland eingeschrieben. Hinzu kamen 38700 Studierende an den behördeninternen Verwaltungsfachhochschulen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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