Studienreform: Umstellung auf Bachelor und Master

Studienreform: Umstellung auf Bachelor und Master

Infografik Nr. 506040

Studienreform: Umstellung auf Bachelor und Master

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Studienreform: Umstellung auf Bachelor und Master

Mit der sogenannten Bologna-Erklärung vom Juni 1999 beschlossen die Bildungsminister von 30 europäischen Staaten eine umfassende Hochschulreform zum Aufbau eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraums bis 2010. Ziel der Reform war es, die Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Studierenden zu fördern, vergleichbare Abschlüsse zu schaffen sowie das Studienangebot und den Aufbau des Studiums zu verbessern. Einen wesentlichen Baustein zur Umsetzung dieses Ziels bildete die Umstellung der Studiengänge auf ein zweistufiges System mit international anerkannten Abschlüssen. Inzwischen nehmen 47 Staaten daran teil.

In Deutschland waren bis zum Wintersemester 2012/2013 rund 87 Prozent der insgesamt 16080 Studiengänge auf die gestufte Studienstruktur mit den Abschlüssen Bachelor und Master umgestellt. Diplom- und Magisterstudiengänge sind weitgehend abgeschafft, das Staatsexamen für Medizin und Jura besteht hingegen größtenteils weiter. Der Bachelor bietet nun den ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, ist aber auch Voraussetzung für ein anschließendes Masterstudium, das zur Vertiefung (konsekutiv) oder zur fachlichen Umorientierung (nicht-konsekutiv) dienen kann. Die Regelstudienzeit bis zur Bachelorprüfung beträgt überwiegend sechs, maximal acht Semester. Dementsprechend ist der folgende Masterstudiengang zumeist auf vier, selten auf zwei Semester angelegt.

Kennzeichnend für die neue Studienstruktur sind ein internationales Leistungspunktesystem (European Credit Transfer System) zum Nachweis des quantitativ erbrachten Studienaufwands sowie die Zusammenfassung von Lehrveranstaltungen zu Modulen, die jeweils ein vorgegebenes Lernziel verfolgen und in fester Abfolge absolviert werden müssen. Dies führte einerseits zur Straffung des Studiums, andererseits aber auch zu einer höheren Prüfungsbelastung und einer Einschränkung der Wahlmöglichkeiten für die Studierenden. Die Reform wirkt sich nicht nur auf die Struktur, sondern auch auf die Inhalte der Studiengänge aus. Vor allem bei den Bachelor-Lehrplänen wird eine mehr praxisbezogene Ausrichtung der Studieninhalte verfolgt, um die Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen – bei kurzer Studiendauer – zu steigern. Kritiker bemängeln eine zu starke Ausrichtung auf die berufliche Qualifikation und eine Vernachlässigung des klassischen universitären Bildungsauftrags. Auch hat sich der Bachelor bislang erst zum Teil als berufsqualifizierender Regelabschluss durchgesetzt. Vor allem an den Universitäten entschließt sich die Mehrheit der Bachelor-Absolventen für ein weiterführendes Masterstudium.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 08/2013
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