Duales Studium

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Infografik Nr. 506047

Duales Studium

Im Schnittbereich zwischen akademischer und berufspraktischer Ausbildung entstehen neue Formen beruflicher Qualifikation. Als eine dieser Formen hat sich das duale S ...

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Duales Studium

Im Schnittbereich zwischen akademischer und berufspraktischer Ausbildung entstehen neue Formen beruflicher Qualifikation. Als eine dieser Formen hat sich das duale Studium etabliert. Es verbindet den Erwerb theoretischen und methodischen Fachwissens an einer Hochschule oder Berufsakademie mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen. Dabei sorgen Kooperationsvereinbarungen zwischen Hochschule und Unternehmen dafür, dass die theoretischen und praktischen Ausbildungsteile inhaltlich und zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Zwei Typen des dualen Studiums lassen sich unterscheiden: • In den ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen erwerben die Studierenden neben dem Hochschulabschluss (meist als Bachelor) zugleich den Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf. • Bei den praxisintegrierenden Studiengängen ist kein gesonderter Berufsabschluss vorgesehen, doch arbeiten die Studierenden z.B. als Praktikanten im Unternehmen und erwerben auf diese Weise intensive berufspraktische Erfahrungen. Neben diesen beiden Studienmodellen für die berufliche Erstausbildung werden berufsbegleitende Studiengänge für Berufstätige angeboten.

Die Anzahl der Studierenden in dualen Studiengängen kletterte 2011 auf 61200 – gegenüber 2005 ein Zuwachs um 44%. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Angebot an Studiengängen von 545 auf 929. Aber auch die Wirtschaft interessiert sich zunehmend für das noch relativ junge Studienkonzept: 2005 unterhielten 19000 Unternehmen eine Kooperation mit den Anbietern dualer Studiengänge, 2011 waren es schon nahezu 41000. Dem Bedarf der Unternehmen entsprechend liegt der Schwerpunkt der Studiengänge in den wirtschaftswissenschaftlichen und technischen Fächern. Voraussetzung für ein Studium ist ein Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag, ggf. auch ein Volontariats- oder Praktikantenvertrag mit dem Unternehmen, das im gewünschten Studiengang mit der Hochschule zusammenarbeitet. Dual Studierende erhalten von den ausbildenden Unternehmen üblicherweise eine Vergütung; sie sind in allen Sozialversicherungszweigen versicherungspflichtig.

Erstmals realisiert wurde das duale Studienkonzept in Baden-Württemberg. Dort suchte man in den 1970er Jahren nach einer praxisnahen Alternative zum klassischen Studium und gründete zu diesem Zweck Berufsakademien. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland Studienangebote, welche die Idee des dualen Studiums aufgreifen, insbesondere an Fachhochschulen und Berufsakademien. In Baden-Württemberg entstand 2009 die erste und bislang einzige Duale Hochschule. In ihr gingen die Berufsakademien des Landes auf.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2012
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