Tierversuche

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Infografik Nr. 506575

Tierversuche

Tierversuche sind Eingriffe oder Behandlungen, die zu Versuchszwecken an Tieren durchgeführt werden und für diese Tiere mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sein k ...

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Tierversuche

Tierversuche sind Eingriffe oder Behandlungen, die zu Versuchszwecken an Tieren durchgeführt werden und für diese Tiere mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sein können. Auch Veränderungen des Erbguts fallen unter diese Definition. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz dürfen solche Versuche im Rahmen fest umrissener, staatlich überwachter Vorhaben vorgenommen werden, sofern sie unerlässlich sind, um Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, Zustände und Funktionen des Organismus zu erkennen und zu beeinflussen, Umweltgefährdungen zu erkennen, die Gesundheitsverträglichkeit von Stoffen und Produkten zu prüfen oder die Grundlagenforschung voranzubringen. Versuche an Wirbeltieren dürfen nur erfolgen, wenn die zu erwartenden Schmerzen und Schäden der Tiere ethisch vertretbar sind. Verboten sind Tierversuche zur Entwicklung oder Erprobung von Waffen und Munition sowie, von Ausnahmen abgesehen, zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika. Für Tierversuche an Wirbeltieren ist eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Die grundsätzliche Berechtigung von Tierversuchen und der Umfang, in dem sie vertretbar sind, werden auch in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Erklärtes Ziel des Gesetzgebers ist es, die Zahl der Versuche zu reduzieren, ohne dass dadurch wirtschaftliche oder wissenschaftliche Nachteile entstehen. Bereits 1989 wurde die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) gegründet, die unter der Zielsetzung „vermindern, vermeiden, verbessern“ nach alternativen Methoden sucht – vorwiegend im Bereich toxikologischer Testverfahren an Zell- und Gewebekulturen. Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2010 verschärft die Auflagen für Tierversuche und verpflichtet Industrie und Forschungsinstitute dazu, Methoden und Versuchsstrategien zu entwickeln, für die keine lebenden Tiere verwendet werden.

Angesichts dieser Ansätze muss die kontinuierliche Zunahme von Tierversuchen enttäuschen. So stieg die Anzahl der Versuchstiere in Deutschland zwischen 2000 und 2010 um mehr als die Hälfte auf 2,86 Millionen. 2010 diente ein Drittel (35%) von ihnen der biologischen Grundlagenforschung, 28% wurden für die Entwicklung, Herstellung oder Produktion von Medikamenten und anderen Produkten zu medizinischen Zwecken eingesetzt, an 6% wurden toxikologische Untersuchungen durchgeführt. Weitere 27% wurden vorab getötet und dann u.a. für die Gewinnung von Organ- oder Zellkulturen verwendet. Der weitaus größte Teil der Versuchstiere (86%) entfiel auf Mäuse, Ratten und andere Nagetiere.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2011
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