Öffentliche Bildungsausgaben

Öffentliche Bildungsausgaben

Infografik Nr. 506610

Über die Bildungsausgaben in Deutschland erstattet das Statistische Bundesamt regelmäßig Bericht. Es führt damit eine Aufgabe der früheren Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung fort. Den breitesten Überblick ermöglicht das sogenannte Bildungsbudget, das die öffentlichen und privaten Aufwendungen für alle Bildungsbereiche erfasst. Da die Bildungspolitik zu den staatlichen Kernaufgaben gehört, sind die Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte von besonderem Interesse.

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Bildung ist ein maßgeblicher Faktor der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Von ihr hängt es ab, wie und mit welchem Erfolg die Produktivkraft Wissen eingesetzt wird, wie viel Wohlstand ein Land erwirtschaftet, welche kulturellen Leistungen es erbringt und welche Chancen dem Einzelnen offenstehen. In einer zunehmend vernetzten Welt erweist sich ein leistungsfähiges Bildungssystem auch als wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor. Daher das Interesse an Vergleichszahlen zur Bildungsbeteiligung, zu den Bildungsergebnissen und zur finanziellen Ausstattung des Bildungswesens.

Über die Bildungsausgaben in Deutschland erstattet das Statistische Bundesamt regelmäßig Bericht. Es führt damit eine Aufgabe der früheren Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung fort. Den breitesten Überblick ermöglicht das sogenannte Bildungsbudget, das die öffentlichen und privaten Aufwendungen für alle Bildungsbereiche erfasst, und zwar über die formellen Bildungseinrichtungen hinaus auch für die berufliche Weiterbildung, die Jugendarbeit usw. In dieser Abgrenzung standen dem Bildungssystem 2017 insgesamt 207 Mrd € zur Verfügung; das entsprach 6,3 % des Bruttoinlandsprodukts.

Da die Bildungspolitik zu den staatlichen Kernaufgaben gehört, sind die Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte von besonderem Interesse. Sie betragen derzeit etwa zwei Drittel der gesamten Bildungsausgaben, gemessen am Bildungsbudget. Nach den Daten der Finanzstatistik kletterten die öffentlichen Bildungsausgaben 1995 bis 2019 von 75,9 auf 147,3 Mrd € (Haushaltssoll). Während die absoluten Beträge der Bildungsausgaben auf längere Sicht somit deutlich anstiegen, sank ihr Niveau im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt zeitweise sogar. Erst ab 2009 erreichten sie mit über 4 % des BIP wieder den Stand, auf dem sie sich Mitte der 1990er Jahre befunden hatten. Nach den ernüchternden Ergebnissen der ersten PISA-Tests investierte die öffentliche Hand seitdem wieder stärker in den Bildungssektor.

Der zuletzt kräftige Anstieg der Ausgaben beruht zu einem guten Teil auf dem Ausbau der Kindertagesbetreuung. Deren Anteil an den gesamten öffentlichen Bildungsausgaben stieg dadurch 2019 auf 21 %. 2013, als der Rechtsanspruch auf Betreuung für über einjährige Kinder eingeführt wurde, lag dieser Anteil noch bei 17 %. Im Schulbereich führten der Ausbau der Ganztagsschulen und die verstärkte Förderung benachteiligter Jugendlicher zu steigenden Ausgaben. Andererseits hatte der Rückgang der Schülerzahlen in einigen (westlichen) Ländern den Abbau von Kapazitäten zur Folge. 2019 wurde für die Schulen ein Anteil von 49 % der Bildungsausgaben veranschlagt. Auf die Hochschulen entfielen 22 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2020
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