Öffentliche Bildungsausgaben

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Öffentliche Bildungsausgaben

Bildung ist ein maßgeblicher Faktor der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Von ihr hängt es ab, wie und mit welchem Erfolg die Produktivkraft Wissen eingesetzt wird, wie viel Wohlstand ein Land erwirtschaftet, welche kulturellen Leistungen es erbringt und welche Chancen dem Einzelnen offenstehen. In einer zunehmend vernetzten Welt erweist sich ein leistungsfähiges Bildungssystem auch als wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor. Daher das wachsende Interesse an Vergleichszahlen zur Bildungsbeteiligung, zu den Bildungsergebnissen und zur finanziellen Ausstattung des Bildungswesens.

Über die Bildungsausgaben in Deutschland erstattet das Statistische Bundesamt regelmäßig Bericht. Es führt damit eine Aufgabe der früheren Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung fort. Den breitesten Überblick ermöglicht das sogenannte Bildungsbudget, das die öffentlichen und privaten Aufwendungen für alle Bildungsbereiche erfasst, und zwar über die formellen Bildungseinrichtungen hinaus auch für die berufliche Weiterbildung, die Jugendarbeit usw. In dieser Abgrenzung standen dem Bildungssystem 2012 insgesamt 177 Mrd € zur Verfügung; das entsprach 6,6 % des Bruttoinlandsprodukts.

Da die Bildungspolitik zu den staatlichen Kernaufgaben gehört, sind die Bildungsausgaben der öffentlichen Haushalte von besonderem Interesse. Sie betrugen 2010 rund vier Fünftel der gesamten Bildungsausgaben, gemessen am Bildungsbudget. Nach den Daten der Finanzstatistik kletterten die öffentlichen Bildungsausgaben zwischen 2000 und 2013 von 79,3 Mrd € auf 116,6 Mrd € (Haushaltssoll). Während die absoluten Beträge der Bildungsausgaben auf längere Sicht somit deutlich anstiegen, sank ihr Niveau im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt zeitweise sogar. Erst ab 2009 erreichten sie mit über 4 % des BIP wieder den Stand, auf dem sie sich zuletzt Mitte der 1990er Jahre befunden hatten. Nach den ernüchternden Ergebnissen der ersten PISA-Tests investierte die öffentliche Hand demnach wieder stärker in den Bildungssektor.

Im internationalen Vergleich hinken die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland aber noch immer denen in anderen Ländern hinterher. In der dafür gewählten Abgrenzung beliefen sie sich 2010 auf 5,1 % des BIP. Damit rangierte die Bundesrepublik deutlich unter dem Durchschnitt der EU wie auch der OECD (jeweils 5,8 % des BIP). Die Gründe hierfür liegen allerdings zum Teil auch in den demografischen Verhältnissen: Der Bevölkerungsanteil der Unter-30-Jährigen, d.h. der Jahrgänge, auf die sich die Bildungsausgaben konzentrieren, ist in Deutschland mit 31 % weit niedriger als in der OECD insgesamt (39 %).

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2014
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