Wahl des Studienfachs

Wahl des Studienfachs

Infografik Nr. 506541

So bedeutend die getroffene Wahl des Studienfachs für die einzelnen Studierenden ist, so wichtig das Ergebnis für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen, wenn einige Jahre später die ausgebildeten Fachkräfte von den Universitäten und Fachhochschulen abgehen. Auffällig sind einige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Studienfachwahl. So entscheiden sich Frauen überdurchschnittlich häufig für Geisteswissenschaften, Kunst und Kunstwissenschaften, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Sozialwesen oder Erziehungswissenschaft.

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Viele junge Leute, die sich nach dem Erwerb der Hochschulreife für ein Studium entscheiden, stehen vor der Qual der Wahl, welche Fachrichtung sie einschlagen sollen. Manchen fällt es leichter, weil sie einer ausgeprägten Neigung folgen, auf Grund ihrer schulischen Schwerpunktbildung schon klare Vorstellungen entwickelt haben oder die berufliche Familientradition (z.B. als Mediziner oder Jurist) fortsetzen wollen. Andere orientieren sich am aktuellen Fachkräftebedarf oder an den Verdienstaussichten in bestimmten Berufszweigen. Wieder andere lassen sich von den vermuteten Anforderungen eines Faches leiten. Auch bestehende Aufnahmebeschränkungen oder die Entfernung der Hochschule vom Heimatort können eine Rolle spielen. So bedeutend die getroffene Wahl des Studienfachs für die einzelnen Studierenden ist, so wichtig das Ergebnis für Gesellschaft und Wirtschaft im Ganzen, wenn einige Jahre später die ausgebildeten Fachkräfte von den Universitäten und Fachhochschulen abgehen.

Von den rund 508 000 Studienanfängern des Jahres 2019 entschieden sich allein 27,0 % für ein Fach aus dem Bereich der Ingenieurwissenschaften. Die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) kamen zusammen sogar auf einen Anteil von fast 38 %. Das ist nicht zuletzt auf den Ausbau der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge an den Fachhochschulen zurückzuführen. Zweitwichtigste Fächergruppe in den Wahlentscheidungen der Studienanfänger/-innen waren die Wirtschaftswissenschaften, deren Anteil über viele Jahre annähernd konstant geblieben ist (2018: 21,6 %). Die Sozialwissenschaften, zusammen mit Erziehungswissenschaften und Psychologie, belegten 2018 den dritten Rang (12,8 %). Eine langfristige Zunahme verzeichnete die Fächergruppe Medizin und Gesundheitswissenschaften; darin schlägt sich vor allem die Erweiterung des Spektrums gesundheitswissenschaftlicher Studienfächer als Grundlage für nichtärztliche Gesundheitsberufe nieder. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Anteil der Geisteswissenschaften: Kamen sie 1995 noch auf 16,2 %, so fielen sie 2019 auf 11,3 % zurück. Auch Kunst und Kunstwissenschaften wurden seltener gewählt.

Auffällig sind einige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Studienfachwahl. So entscheiden sich Frauen überdurchschnittlich häufig für Geisteswissenschaften, Kunst und Kunstwissenschaften, Medizin und Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Sozialwesen oder Erziehungswissenschaft. In den Naturwissenschaften ist Biologie ihr bevorzugtes Fach. Weit unter dem Durchschnitt liegt ihre Beteiligung dagegen in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern Informatik und Elektrotechnik.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2020
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