Konflikte im Kaukasus

Konflikte im Kaukasus

Infografik Nr. 843162

Der Kaukasus ist eine der konfliktreichsten Regionen der Welt. In dem zerklüfteten bergigen Gebiet an der Schnittstelle mehrerer historischer Großreiche haben sich über die Jahrhunderte zahlreiche verschiedene ethnische und religiöse Bevölkerungsgruppen angesiedelt, zwischen denen immer wieder Konflikte ausbrachen, oft befeuert von auswärtigen Mächten.  

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Berg-Karabach schwelt seit dem 19. Jahrhundert.
Der Konflikt zwischen dem christlich-orthodoxen Armenien (unterstützt von Russland) und dem muslimischen Aserbaidschan (unterstützt von der Türkei) hat auch eine religiöse Komponente, aber wie so oft werden hier religiöse Gegensätze für politische Zwecke instrumentalisiert.

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Der Kaukasus ist eine der konfliktreichsten Regionen der Welt. In dem zerklüfteten bergigen Gebiet an der Schnittstelle mehrerer historischer Großreiche haben sich über die Jahrhunderte zahlreiche verschiedene ethnische und religiöse Bevölkerungsgruppen angesiedelt, zwischen denen immer wieder Konflikte ausbrachen, oft befeuert von auswärtigen Mächten. Viele der Konflikte sind heute nicht beigelegt, sondern nur „eingefroren“ (sog. frozen conflicts), flammen aber zuweilen erneut auf.

Im Nordkaukasus war Russland nach dem Ende der Sowjetunion mit dem islamistischen Separatismus der autonomen Republiken Tschetschenien und Dagestan konfrontiert. Besonders erbittert war der Konflikt mit Tschetschenien, wo Russland zwei Kriege führte (1994-96 und 1999-2009). Tschetschenische Terrorgruppen verübten Anschläge in Russland, wurden aber inzwischen durch die brutale Herrschaft des von Moskau eingesetzten Warlords Ramsan Kadyrow weitgehend zerschlagen.

Zwischen Russland und Georgien entwickelten sich ein Konflikt, weil sich die frühere Sowjetrepublik Georgien in Richtung Westen orientierte und einen Beitritt zur NATO anstrebte. Das wollte Moskau nicht hinnehmen, zumal wichtige Öl- und Gas-Pipelines über georgisches Territorium verlaufen. Russland machte sich daher die Spannungen zwischen Georgien und den separatistischen Provinzen Abchasien und Südossetien zunutze: Als Georgien im Jahr 2008 Südossetien angriff, um die Provinz unter Kontrolle zu bringen, schritt Russland als selbsterklärte Schutzmacht ein. Am Ende des Krieges erklärten sich Südossetien und Abchasien für unabhängig. Die Gebiete sind seither faktisch unter russischer Kontrolle – und mit zwei ungelösten Konflikten auf dem eigenen Gebiet ist Georgien der Weg in die NATO versperrt.

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um das Gebiet Berg-Karabach schwelt seit dem 19. Jahrhundert. In der Endphase der Sowjetunion brach er erneut auf, als Armenien offen den Anschluss von Karabach zu fordern begann – das Gebiet liegt auf dem Territorium Aserbaidschans, ist aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. 1992 begann ein blutiger Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, der erst 1994 durch einen von Russland vermittelten Waffenstillstand beendet wurde. Karabach erklärte sich zur eigenständigen Republik, und die Schutzmacht Armenien hält seitdem das umliegende aserbaidschanische Territorium besetzt. Der Konflikt zwischen dem christlich-orthodoxen Armenien (unterstützt von Russland) und dem muslimischen Aserbaidschan (unterstützt von der Türkei) hat auch eine religiöse Komponente, aber wie so oft werden hier religiöse Gegensätze für politische Zwecke instrumentalisiert.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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s/w-Version: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Ausgabe: 11/2020
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