Tagesbetreuung für Kleinkinder

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Die Tagesbetreuung von Kleinkindern nimmt in den familienpolitischen Debatten der letzten Jahre einen breiten Raum ein. Hinter den gegensätzlichen Standp ...

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Tagesbetreuung für Kleinkinder

Die Tagesbetreuung von Kleinkindern nimmt in den familienpolitischen Debatten der letzten Jahre einen breiten Raum ein. Hinter den gegensätzlichen Standpunkten zu diesem Thema verbirgt sich nicht selten ein Streit um unterschiedliche Lebensentwürfe: Soll sich die Mutter (oder der Vater) ganz um Kinder und Familie kümmern und dafür auf eine eigene Erwerbstätigkeit verzichten – oder die Betreuung des Nachwuchses tagsüber in fremde Hände legen, um sich z.B. einer Ausbildung oder Berufstätigkeit widmen zu können? Und beide Seiten führen gute Argumente an: Kinder brauchen die Wärme und Geborgenheit der Familie, aber sie brauchen auch den Kontakt zu anderen Kindern und Anregungen von außen, gerade in den für ihre sprachliche und kognitive Entwicklung prägenden Lebensjahren.

Eine politische Weichenstellung für den Ausbau der Kindertagesbetreuung und damit für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgte durch das Kinderförderungsgesetz von 2008. Bund, Länder und Kommunen hatten zuvor vereinbart, bis 2013 für durchschnittlich 35 % der Unter-Dreijährigen ein Angebot an Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege zu schaffen. Ab August 2013 hatte jedes Kind im Alter ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Der Bund trug mit umfangreichen Finanzhilfen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung und zu den Betriebskosten bei und förderte unter anderem auch die Ausbildung von Tagesmüttern und -vätern.

Über den erreichten Stand der Kindertagesbetreuung berichtet das Statistische Bundesamt. Danach waren im Frühjahr 2015 bundesweit 693340 Kinder unter drei Jahren in einer Kinderkrippe bzw. Kita oder bei einer Tagesmutter untergebracht. Das entsprach einem Anteil von 33 % dieser Altersgruppe. Während die Betreuungsquote in Westdeutschland bei durchschnittlich 28 % lag, erreichte sie in Ostdeutschland (einschließlich Berlin) 52 %. Unter den Bundesländern verfügte Sachsen-Anhalt über das am besten ausgebaute Betreuungsangebot (für 58 % der Unter-Dreijährigen); dort gilt für Kinder bereits ab der Geburt ein Rechtsanspruch auf Betreuung. Nordrhein-Westfalen hatte mit 26 % den niedrigsten Ausbaustand. Der Gesamtbedarf an Betreuungsplätzen wird auf etwa 780000 geschätzt.

In Konkurrenz zur Kindertagesbetreuung wurde an Eltern, die ihre Kleinen im zweiten und dritten Lebensjahr lieber zu Hause betreuen wollten, ab August 2013 ein monatliches Betreuungsgeld von zunächst 100 € je Kind gezahlt. Das Bundesverfassungsgericht kippte diese Regelung im Juli 2014, da der Bund keine Gesetzgebungskompetenz dafür besitze. Neue Anträge konnten daher nicht mehr gestellt werden.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2016
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