Nachrichtenquellen - Wo das Weltbild geprägt wird

Nachrichtenquellen - Wo das Weltbild geprägt wird

Infografik Nr. 530085

Die Bedeutung der sozialen Medien beim Nachrichtenkonsum (vor allem von Facebook, YouTube und WhatsAppwächst) nimmt zu. In Deutschland werden diese drei Quellen wöchentlich von einem Drittel genutzt, für mittlerweile jeden Zehnten sind sie sogar die Haupt-Nachrichtenquelle. Problematisch ist dabei die Auswahl der Nachrichten durch Algorithmen statt durch Redakteure: Kriterien sind weniger die Relevanz von Nachrichten als vielmehr die Vorlieben der Nutzer. Eine auf „Likes“ und Klicks basierende Filterung vermittelt aber ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit – und nicht zuletzt auch eine Verzerrung des öffentlichen Diskurses.

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Von dem, was die Menschen über die Welt außerhalb ihres näheren Umfelds wissen, erfahren sie den Großteil durch Medien, die ihnen die Informationen vermitteln (und dabei unweigerlich filtern). Damit spielen Medien, insbesondere Nachrichtenmedien, eine wichtige Rolle bei der Prägung unseres Weltbilds. Um herauszufinden, wie und woher Menschen Nachrichten über das lokale, regionale, nationale und internationale Geschehen beziehen, führt das Reuters Institute for the Study of Journalism regelmäßig Befragungen durch, zuletzt in 38 Ländern. Der Fokus liegt dabei auf Europa, es werden aber auch außereuropäische Industrieländer wie die USA, Japan oder Südkorea betrachtet.

In Deutschland, wo das Hans-Bredow-Institut die Befragung durchführt, zeigen die Erhebungen ein hohes Interesse an Nachrichten: Rund 95 % der Über-18-Jährigen geben an, mehrmals in der Woche Nachrichten zu nutzen. Bei den Nachrichtenquellen zeigt sich, dass die Deutschen Nachrichten überwiegend aus dem Fernsehen beziehen: 72 % der Befragten nutzen TV-Nachrichten wöchentlich als Informationsquelle, die Hauptquelle ist es inzwischen aber nur noch für weniger als die Hälfte (45 %). Damit hat die Bedeutung des Fernsehens weiter abgenommen. Gleiches gilt für das Radio, das noch 44 % regelmäßig nutzen, und in viel stärkerem Maße für Nachrichten in gedruckten Zeitungen und Zeitschriften, die von nur noch 34 % wöchentlich gelesen werden. Dagegen wächst die Rolle der Online-Nachrichten. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) bezieht inzwischen regelmäßig Nachrichten aus dem Internet, für über ein Drittel (36 %) ist es die Hauptquelle.

Generell hat indes das Vertrauen in Nachrichten seit einigen Jahren abgenommen. Nur noch 47 % der Befragten gab 2019 an, dem Großteil der Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen. Mit Bezug auf die selbst genutzten Nachrichtenquellen waren es immerhin noch 60%. Das größte Misstrauen wird den sozialen Medien entgegengebracht: Nur 16 % der Befragten vertrauen den dort verbreiteten Nachrichten.

Nichtsdestotrotz wächst die Bedeutung der sozialen Medien beim Nachrichtenkonsum, vor allem von Facebook, YouTube und WhatsApp. In Deutschland werden sie wöchentlich von 34 % genutzt, für mittlerweile jeden Zehnten sind sie sogar die Haupt-Nachrichtenquelle. Problematisch ist dabei die Auswahl der Nachrichten durch Algorithmen statt durch Redakteure: Kriterien sind weniger die Relevanz von Nachrichten als vielmehr die Vorlieben der Nutzer. Eine auf „Likes“ und Klicks basierende Filterung vermittelt aber ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit – und nicht zuletzt auch eine Verzerrung des öffentlichen Diskurses.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2019
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