Buchproduktion in Deutschland

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Infografik Nr. 531115

Der deutsche Buchmarkt ist durch die technische Entwicklung der Medien, die Veränderung der Vertriebswege und das Aufkommen neuer Konsumgewohnheiten im Wandel begriffen. Auf längere Sicht ist nich ...

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Der deutsche Buchmarkt ist durch die technische Entwicklung der Medien, die Veränderung der Vertriebswege und das Aufkommen neuer Konsumgewohnheiten im Wandel begriffen. Auf längere Sicht ist nicht auszuschließen, dass er sich ähnlich radikal verändert wie im Fall der Musikindustrie. Bislang verlaufen die Übergangsprozesse jedoch noch verhältnismäßig langsam.

Die Zahl der Titel, die jedes Jahr auf den Markt kommen, ist kaum überschaubar. 2015 stellten sich insgesamt 89506 Neuerscheinungen dem Urteil der Leser, davon 76547 in Erstauflage und 12959 als Neuauflage erfolgreicher älterer Titel. Das bedeutete ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr, in dem die Zahl der Neuerscheinungen auf den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre gesunken war. An die Rekordwerte der Jahre 2007 und 2011 (jeweils über 96000 Neuerscheinungen) kam die Novitätenliste aber nicht heran. Neuauflagen machen stets einen beträchtlichen Teil der Neuerscheinungen aus (2015: 15 %); zugleich sinken die durchschnittlichen Stückzahlen – für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels ein Indiz für die zunehmende „Beschleunigung“ des Buchmarkts: Während sich die Novitäten in rascher Folge ablösen, verliert die Pflege der Backlist, der lieferbaren älteren Titel, für die Verlage an Bedeutung. Gleichwohl können die Leser auf rund 1 Million bestellbare Buchtitel zugreifen. Großen Anteil an dieser Vielfalt hat die Preisbindung im Buchhandel, die in Deutschland 2002 gesetzlich neu geregelt wurde. Sie sorgt dafür, dass die Kunden überall im Land zu gleichen Bedingungen mit Büchern versorgt werden.

Ein Überblick über die Sachgebiete der Buchproduktion 2015 unterstreicht die Reichhaltigkeit des Angebots. So nahm die Schöne Literatur (Belletristik) bei den Erstauflagen mit 14165 Titeln erneut eine Vorzeigerolle ein. Beim weit überwiegenden Teil der Erstauflagen handelte es sich aber um Sach- und Fachbücher für alle Wissenschaftszweige, der Berufspraxis und der Freizeitgestaltung, darunter allein mehr als 14140 Titel aus den Bereichen Recht, Wirtschaft, Politik usw. Von den Erstauflagen des Jahres 2015 beruhten rund 10180 auf Übersetzungen fremdsprachiger Werke ins Deutsche. Wichtigste Herkunftssprache war das Englische, auf das allein fast 60 % der Übersetzungen entfielen.

Eine vergleichsweise geringe Rolle im deutschen Buchmarkt spielen bislang E-Books. Ihr Anteil am Umsatz mit Privatkunden lag 2015 bei 4,5 %. Zum Vergleich: In den USA liegt er schon bei rund einem Viertel. Die Umsätze spiegeln indes nicht direkt die Nachfrage wider, da die Preise für E-Books in den letzten fünf Jahren gesunken sind. So steigt der Absatz digitaler Bücher deutlicher als ihr Umsatzanteil (2015: +9 %).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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