Erlebniswelt Kino

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Infografik Nr. 537115

Nimmt man den Publikumszuspruch als Maßstab, waren die 1950er Jahre die Blütezeit des Kinos in Deutschland. Als dann aber das Fernsehen die Wohnstuben eroberte, ging es mit dem Kinobesuch fast stetig bergab. 1992 zählten die deutschen Kinos nur noch 106 Mio Besucher. Im weiteren Verlauf der 1990er Jahre kletterten die Besucherzahlen aber noch einmal, als die neu entstehenden Kinocenter, sogenannte Multiplexe, neue Publikumsschichten anlockten. In den folgenden Jahren gingen die Besucherzahlen wieder zurück. 2018 sank der Besuch auf nur noch 105 Millionen, ehe er sich 2019 mit attraktiveren Filmen wieder erholte. Auch die Zahl der Kinostandorte und der Kinosäle nahm zuletzt wieder zu.

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Nimmt man den Publikumszuspruch als Maßstab, waren die 1950er Jahre die Blütezeit des Kinos in Deutschland. In Westdeutschland wurden im Rekordjahr 1956 rund 818 Mio Kinobesucher gezählt, in Ostdeutschland erreichte die Kinobegeisterung 1957 mit 316 Mio Besuchern ihren Gipfel. Als dann aber das Fernsehen die Wohnstuben eroberte, ging es mit dem Kinobesuch fast stetig bergab. Viele Filmtheater, vor allem in kleineren Orten und in den Außenbezirken der Großstädte, mussten schließen. Dieser Trend verschärfte sich noch, als in den 1980er Jahren das Privatfernsehen mit seinem breiten Spielfilm- und Unterhaltungsangebot auf den Plan trat und Kinofilme per Videorecorder auf den heimischen Bildschirm geholt werden konnten. 1992 zählten die deutschen Kinos nur noch 106 Mio Besucher.

Im weiteren Verlauf der 1990er Jahre kletterten die Besucherzahlen aber noch einmal, als die neu entstehenden Kinocenter, sogenannte Multiplexe, mit einem breit gefächerten Filmprogramm in mehreren Kinosälen, zusätzlichen Freizeiteinrichtungen (wie Bistros, Kneipen oder Spielhallen) und einer modernen, komfortablen Ausstattung neue Publikumsschichten anlockten. Mit 178 Mio Kinobesuchern erreichte diese Entwicklung 2001 einen Höhepunkt. Dem durch die Großkinos ausgelösten Verdrängungswettbewerb fielen allerdings zahlreiche kleinere Unternehmen zum Opfer. So schrumpfte die Gesamtzahl der Kinos 1991-2001 von 2 037 auf 1 815, während die Zahl der Kinosäle und das Sitzplatzangebot im gleichen Zeitraum um rund ein Viertel zunahmen. 

In den folgenden Jahren gingen die Besucherzahlen wieder zurück. Demographische Veränderungen wie die schrumpfende Zahl der Jugendlichen und Jungerwachsenen, Zurückhaltung beim privaten Konsum und ein vergleichsweise schwaches Filmangebot trugen ihren Teil dazu bei. Erst das Aufkommen der technisch innovativen 3D-Filme sorgte 2009 (mit 146 Mio Besuchern) noch einmal für größeren Andrang an den Kinokassen. Danach setzte sich der tendenzielle Rückgang des Kinobesuchs jedoch fort. 2018 sank er auf nur noch 105 Millionen, ehe er sich 2019 mit attraktiveren Filmen wieder erholte. Auch die Zahl der Kinostandorte und der Kinosäle nahm zuletzt wieder zu. Mit dem Homevideo-Markt hat sich allerdings eine mächtige Konkurrenz zum Kino entwickelt. Ein großer Teil der Filmfans zieht es inzwischen offenbar vor, Filme für das „Heimkino“ zu kaufen oder zu leihen, sie herunterzuladen oder im Abonnement per Streaming abzurufen. 2019 gaben die Deutschen rund 1 Mrd Euro für Kinokarten aus, aber schon mehr als 2 Mrd Euro für das Kino zu Hause.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2020
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