Polen - Fakten zur Wirtschaft

Polen - Fakten zur Wirtschaft

Infografik Nr. 819501

Seit dem Übergang vom Staatssozialismus zur liberalen Marktwirtschaft hat Polen eine fulminante Entwicklung durchlaufen. Die reale Wirtschaftsleistung hat sich seit 1991 mehr als verdreifacht. Wirtschaftswachstum und Wirtschaftsstruktur Polens sind die Themen dieses ZAHLENBILDS. Jetzt zum Download!

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Die Zeiten, in denen herablassend von „polnischer Wirtschaft“ als Sinnbild für Unordnung und Ineffizienz gesprochen wurde, sind definitiv vorbei. Seit der selbsterkämpften Ablösung der kommunistischen Herrschaft (1988/89) und der Aufnahme in die Europäische Union (2004) befindet sich Polen in einer fulminanten Entwicklung, die das Land zu einem Wachstumspol der europäischen Wirtschaft gemacht hat.

Die wichtigsten Triebkräfte dieser Entwicklung waren die Leistungsbereitschaft der Polen und die finanzielle Unterstützung aus Mitteln der Europäischen Union. Nach der Wende ging Polen zunächst durch ein tiefes Tal der Arbeitslosigkeit und der Reallohneinbußen. Leszek Balcerowicz, Wirtschaftsminister 1989-1991, hatte dem Land einen schmerzhaften und beschleunigten Übergang vom Staatssozialismus zu einer liberalen Marktwirtschaft verordnet. Und diese Kur schlug an, so dass Polen schneller als die meisten anderen osteuropäischen Reformländer aus dem wirtschaftlichen Tief herauskam. Allein die Privatisierung der Staatsunternehmen kam nicht so voran, wie Balcerowicz das geplant hatte.

Nach dem scharfen Rückgang der Wirtschaftsleistung, der 1990 und 1991 auf den Umbau des Systems folgte, ging es für Polen beständig aufwärts. Zwar verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum in den Krisen der nächsten 25 Jahre (Dotcom-Krise, globale Finanzkrise, Eurokrise), doch erst die Corona-Pandemie bremste 2020 auch die polnische Wirtschaft aus. So stieg das reale Bruttoinlandsprodukt Polens über den Zeitraum von 1991 bis 2025 auf mehr als das Dreifache. Die nach Kaufkraft bemessene Pro-Kopf- Wirtschaftsleistung kletterte 2024 auf 79% des EU-Durchschnitts.

Der Umbau des Wirtschaftssystems lockte ausländische Investitionen an und dank des niedrigen Lohnniveaus entwickelte sich Polen seit den 1990er Jahren zur Werkbank für Unternehmen aus dem übrigen Europa, besonders aus Deutschland. Aus dieser Rolle ist Polen mittlerweile jedoch herausgewachsen. Die Aufnahme in die EU (2004) erleichterte den Außenhandel mit den europäischen Nachbarn und verringerte den Druck der damals noch hohen Arbeitslosigkeit: Vor allem Großbritannien und Irland zogen schon ab 2004 polnische Arbeitskräfte an. Inzwischen überwiegt die Rückwanderung.

Schwachpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung Polens sind u.a. der immer noch hohe Beschäftigungsanteil der Landwirtschaft, die rasch alternde Gesellschaft und die künftig schrumpfende Bevölkerungszahl, die nach Vorausberechnungen der UN Population Division bis 2050 auf 33 Mio sinken könnte. 

Ausgabe: 03/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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