Staatsverschuldung der USA

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Ausgaben des Bundeshaushalts durch die Aufnahme von Schulden zu finanzieren, ist in der Geschichte der USA nichts Ungewöhnliches. Besonders im Zweiten Weltkrieg nahmen die Defizite ein gewaltiges Ausmaß an und trieben die Staatsverschuldung steil nach oben. 1946 übertraf der Schuldenstand bereits die jährliche Wirtschaftsleistung. Es folgten nahezu drei Jahrzehnte wirtschaftlicher Aufwärtsentwicklung und besonnener Haushaltsführung, in denen die Schulden trotz der Kriege in Korea und Vietnam und einiger Konjunkturrückschläge nur relativ langsam anstiegen. 1950 belief sich die Verschuldung des Bundes auf 257 Mrd US-$ (92 % des BIP). 1970 hatte sie auf 381 Mrd $ zugenommen; da die Wirtschaft aber schneller gewachsen war, machte diese Summe nur noch knapp 36 % des BIP aus. 1975/76 sorgte die Ölkrise zwar für eine deutlich höhere Schuldenlast, doch konnte die Schuldenquote gemessen an der Wirtschaftsleistung in den Folgejahren weiter gesenkt werden.

Eine Wende in der amerikanischen Haushalts- und Schuldenpolitik erfolgte in den 1980er Jahren, unter der Präsidentschaft Ronald Reagans. So wurden einerseits massive Steuersenkungen in Kraft gesetzt (1982), andererseits die Militärausgaben im Lauf des Jahrzehnts kräftig gesteigert. Einen starken Anstieg verzeichneten auch die obligatorischen Ausgaben (überwiegend für Sozialversicherung und Gesundheitsdienste) und die Zinsaufwendungen. Das rasche Anwachsen der Staatsverschuldung von 909 Mrd $ (1980) auf 3206 Mrd $ (1990) ließ auch die Schuldenquote wieder klettern. Lag sie 1981 (mit 31,7 % des BIP) noch auf dem tiefsten Stand der Nachkriegszeit, so war sie 1992, nach dem unter George Bush geführten ersten Irak-Krieg, mit 62 % schon fast doppelt so hoch.

In der Amtszeit Bill Clintons (1993-2001) konnten die Bundesfinanzen vorübergehend noch einmal ins Lot gebracht werden, ehe sie unter George W. Bush (2001-2009) wieder tief in die roten Zahlen gerieten: schwache Wirtschaftsdaten, Steuersenkungen und die nach dem Terroranschlag vom 11.9.2001 ergriffenen militärischen Maßnahmen trugen dazu bei, erst recht aber die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008. Das Zusammentreffen von drastischen Einnahmeverlusten, kostspieligen Krisenhilfen, hohen Militärausgaben und sozialpolitischen Neuerungen führte zu einem weiteren steilen Anstieg der Staatsschulden. Unter Barack Obama wurde die jährliche Neuverschuldung zurückgefahren, aber zum Ende seiner Amtszeit nahm sie wieder zu. Dies setzt sich unter Donald Trump fort. Zum Ende des Fiskaljahrs 2018 wächst der Schuldenberg voraussichtlich auf rund 21,5 Billionen $ (mehr als 107 % des BIP).

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2018
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