Die Finanz- und Wirtschaftskrise

Die Finanz- und Wirtschaftskrise
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Infografik Nr. 632172

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Die Finanzkrise ab 2007 und die nachfolgende Wirtschaftskrise stürzten die Weltwirtschaft in die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Allgemeine Voraussetzungen für die Krise waren das Wachstum und die Deregulierung des Finanzsektors seit den 1970er Jahren: Aufgrund der immer stärkeren Vernetzung der Finanzmärkte können sich lokale Krisen heute schnell zu einem globalen Lauffeuer ausweiten. Zudem förderte die Erfindung immer komplexerer Finanzprodukte zusammen mit leichtfertig vergebenen Krediten die Bereitschaft zu hochriskanten Spekulationsgeschäften. Unmittelbarer Anlass der Krise war jedoch eine Immobilienblase in den USA: Sie begann damit, dass in einer Phase niedriger Zinsen und großzügiger Kreditangebote viele Menschen Hauseigentum erwarben, das bei steigenden Immobilienpreisen ausreichend Sicherheit versprach. Oft handelte es sich um Kreditnehmer mit geringer Bonität (subprime = zweitklassig). Als dann die Zinsen stiegen und die Hauspreise fielen, konnten immer mehr Hausbesitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen. Ende 2006 vermeldeten die ersten US-Banken hohe Zahlungsausfälle.

Im Spätsommer 2007 weitete sich die amerikanische Immobilienkrise zur globalen Finanzkrise aus. Als deren Beginn gilt der 9. August 2007: An diesem Tag nämlich erklärte die französische Großbank BNP Paribas, ihre Investmentfonds am US-Immobilienmarkt einzufrieren, und machte damit offenkundig, dass sie diese Anlagen als wertlos betrachtete. Diese Nachricht löste eine globale Vertrauenskrise unter den Banken aus; die Zinsen für Interbankenkredite explodierten. Zwar intervenierten mehrere Notenbanken mit Geldspritzen, doch wurde in den folgenden Monaten von immer mehr Banken weltweit bekannt, dass sie sich auf dem US-Immobilienmarkt verspekuliert hatten und Rekordverluste verbuchen mussten. Ihren Höhepunkt erreichte die Finanzkrise am 15. September 2008, als die US-Bank Lehman Brothers Insolvenz anmeldete: Auf den Finanzmärkten brach Panik aus, die Börsenkurse fielen weltweit dramatisch ab.

In der Folge griff die Bankenkrise auf die Realwirtschaft über und es kam zur globalen Wirtschaftskrise. 2009 schrumpfte die Weltwirtschaftsleistung zum ersten Mal seit der „Großen Depression“ von 1929-33; fast alle Industrieländer gerieten in eine Rezession. In Europa trug die Wirtschaftskrise zum Ausbruch der Schuldenkrise in der Eurozone (ab 2010) bei. An den beiden großen Schwellenländern China und Indien ging die Krise dagegen ohne größere Einbrüche vorbei. Beide Länder sind weniger anfällig für externe Schocks, denn ihre Volkswirtschaften stützen sich zu einem großen Teil auf ihre riesigen Binnenmärkte und auch ihre Finanzsektoren sind international weit weniger vernetzt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2017
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