Staatsverschuldung in der EU

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Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 wurden die Staaten der Europäischen Union schwer in Mitleidenschaft gezogen. Große Banken waren in Schieflage geraten und mussten mit Staatsgeldern gestützt werden, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern. Milliardenschwere staatliche Notprogramme wurden aufgeboten, um den abrupten Niedergang der Wirtschaftstätigkeit zu stoppen. Da gleichzeitig die Staatseinnahmen sanken, gerieten die öffentlichen Haushalte tief ins Defizit. Belief sich die durchschnittliche Neuverschuldung der EU-Mitgliedstaaten 2008 erst auf 2,5 % des BIP, so erreichte sie im Folgejahr schon 6,6 % und auch 2010 lag sie mit 6,4 % weit über dem Richtwert des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts (3 % des BIP). Im Zuge der allmählichen wirtschaftlichen Erholung mit steigenden Staatseinnahmen und dank staatlicher Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung nahm die jährliche Neuverschuldung in der EU seit 2011 aber wieder ab. 2016 lag sie im EU-Durchschnitt mit 1,7 % des BIP schon deutlich unter dem Grenzwert von 3 %.

Dagegen nahm die öffentliche Gesamtverschuldung bis 2014 noch zu. Der Stabilitätspakt sieht die zulässige Obergrenze der Staatsverschuldung bei 60 % des BIP. Zwischen 2008 und 2014 kletterte die durchschnittliche Schuldenquote der heutigen EU-28 jedoch von 60,7 % auf 86,7 % des BIP. Sechzehn der 28 EU-Mitgliedstaaten, darunter dreizehn Euro-Länder, überschritten auch 2016 den 60 %-Grenzwert, der einen noch tragbaren Schuldenstand signalisiert. Der Durchschnitt lag Ende des Jahres bei 83,5 % des BIP. Die schwerste Schuldenlast trugen Griechenland (179,0 %), Italien (132,6 %) und Portugal (130,4 %).

Im Anschluss an die Finanzkrise waren diese und andere hochverschuldete Euro-Länder in Bedrängnis geraten, weil die Finanzmärkte hohe Risikoaufschläge auf ihre Staatsanleihen verlangten oder gar ihre Kreditwürdigkeit in Zweifel zogen. Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien und Irland mussten umfangreiche Hilfen der Europartner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen, um ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern. Zur Entspannung der Lage trug die Ankündigung der Europäischen Zentralbank bei, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen anzukaufen, um einen drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

Auch Deutschland musste auf Grund der Sonderbelastungen im Verlauf der Finanzkrise einen sprunghaften Anstieg seiner Schuldenquote hinnehmen (2010 auf 81,0 %) und wurde durch die nachfolgende Euro-Schuldenkrise noch einmal in Haftung genommen. Seit 2013 konnte die Bundesrepublik ihre Schulden im Verhältnis zum BIP aber kontinuierlich zurückfahren.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2017
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