Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung 1820-2010

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Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung 1820-2010

Der britische Ökonom Angus Maddison (1926-2010) widmete einen großen Teil seiner wissenschaftlichen Tätigkeit der Erforschung und Messung ...

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Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung 1820-2010

Der britische Ökonom Angus Maddison (1926-2010) widmete einen großen Teil seiner wissenschaftlichen Tätigkeit der Erforschung und Messung des wirtschaftlichen Wachstums. In seinem Standardwerk „The World Economy. A Millennial Perspective“ (2001) versuchte er die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung der wichtigsten Weltregionen seit dem Jahr 1000 in ihren großen Linien zu erfassen und die Faktoren zu benennen, die diese Entwicklung hemmten oder beschleunigten. Die Basis dafür legte er mit der Sammlung und Verknüpfung der oft nur verstreut und unvollständig vorhandenen statistischen Daten zum Wirtschaftsgeschehen. In dieser Tradition steht auch die Arbeit des Projekts clio infra, das wirtschaftliche und soziale Daten aus fünf Jahrhunderten zusammenträgt, um sie auf Muster und Ursachen wirtschaftlichen Wachstums und ungleicher Entwicklung zu untersuchen.

Auf solche Daten stützt sich ein Beitrag der OECD-Publikation „How was Life?“ (2014), der dem regional unterschiedlichen Wachstum des realen BIP pro Kopf von 1820 bis 2010 nachgeht. Um 1820 erfolgte in Westeuropa der Übergang zu einer dynamischeren Wirtschaftsentwicklung, eine Folge der von England ausgehenden industriellen Revolution. Das durchschnittliche Pro-Kopf-BIP – Maßstab für wirtschaftliche Leistungskraft und Wohlstand – war in Westeuropa und in den USA zu diesem Zeitpunkt schon etwa doppelt so hoch wie in China, Indien oder Südamerika.

In der zweiten Hälfte des 19. Jh. setzten sich die westlichen „Ableger“ (USA, Kanada, Australien, Neuseeland) und Westeuropa selbst noch weiter von den übrigen Weltregionen ab. Und so blieb es, mit wachsenden Abständen, bis heute. Gemessen in realen Dollars von 1990 war das BIP pro Kopf in Nordamerika und Australien/Neuseeland 2010 etwa 23-mal so hoch wie 1820. In Westeuropa war es auf das 17-fache gestiegen. Die beiden Weltkriege hatten die Wohlstandsentwicklung in diesem Teil der Welt deutlich verlangsamt. Einen Anstieg auf das 17-fache verzeichnete auch Ostasien (mit China und Japan). Dort war das Ausgangsniveau allerdings niedriger und der Übergang zu einem dynamischen Wachstum setzte erst nach Mitte des 20. Jh. ein. Die Entwicklung in Osteuropa (mit Russland) lässt zweimal sogar deutliche Rückschläge erkennen: nach der Oktoberrevolution und nach der Auflösung der sozialistischen Ordnung in den 1990er Jahren. Einzige Weltregion, die bisher noch kaum von Produktivitäts- und Wohlstandsgewinnen profitierte, ist Afrika südlich der Sahara. Für die gesamte Welt errechnet sich 1820 bis 2010 ein durchschnittlicher Zuwachs des realen BIP pro Kopf auf das 13-fache – von 605 $ auf 7890 $.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 12/2014
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