Braunkohlenförderung in der Welt

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Braunkohlenförderung in der Welt

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Braunkohlenförderung in der Welt

Unter allen Energieträgern ist die Braunkohle der schädlichste für Umwelt und Klima. Ihr Abbau verwüstet ganze Landstriche und pro verbrannter Tonne Braunkohle werden mehr Treibhausgase freigesetzt als bei allen anderen fossilen Brennstoffen. Dennoch gewann die Braunkohle infolge der Ölpreisschocks in den 1970er und 1980er Jahren zunehmende Bedeutung als sichere und vergleichsweise billige Energiequelle. In China und den USA, aber auch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, leistet die Braunkohle einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung. In Deutschland wurde 2014 ein Viertel des Stroms aus der Verfeuerung von Braunkohle gewonnen. Da Braunkohle nur einen relativ niedrigen Heizwert aufweist und ein weiträumiger Transport daher zu kostspielig wäre, wird sie meist durch Kraftwerke in unmittelbarer Nähe der Lagerstätten in elektrischen Strom umgewandelt. Ein geringerer Teil wird als Staub und Wirbelschichtkohle zur Erzeugung industrieller Prozesswärme oder in Form von Briketts zur Raumheizung genutzt.

Braunkohle stammt überwiegend aus der geologischen Formation des Tertiär. Im Vergleich zur Steinkohle weist sie einen geringeren Grad der Inkohlung (d.h. der Umwandlung pflanzlicher Substanz in Kohle) auf und enthält daher mehr Wasser und flüchtige Bestandteile. Braunkohle kommt in Schichten mit einer Mächtigkeit von bis zu 100 Metern vor und wird meist – nach Abräumung des Deckgebirges – im Tagebau gewonnen. Dabei ist zwischen Weichbraunkohle und höherwertiger Hartbraunkohle zu unterscheiden. Von Bedeutung für die Energieversorgung ist vor allem die Weichbraunkohle.

Seit dem Beginn der industriellen Braunkohleförderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist Deutschland das weltweit größte Förderland. Auch 2014 stand die Bundesrepublik mit einer Fördermenge von rund 178 Mio t Weichbraunkohle an der Weltspitze. Ihr Anteil an der Weltförderung von insgesamt 1023 Mio t lag bei fast einem Fünftel (17,4 %). Die vier deutschen Braunkohlereviere (Rheinisches Revier, Lausitzer Revier, Mitteldeutsches Revier, Helmstedter Revier) bieten günstige geologische Bedingungen, so dass die deutsche Braunkohle – im Gegensatz zur Steinkohle – auch ohne Subventionen mit den Weltmarktpreisen konkurrieren kann. Die Förderung in Deutschland hatte ab 2011 infolge des Atomausstiegs zugenommen, sank aber seit 2013 wieder. Im Zuge des Pariser Klimaabkommens (2015) wird ein schrittweiser Ausstieg aus der (Braun-)Kohle diskutiert. Auf Deutschland folgen als größte Förderländer China mit 145 Mio t (14,2 % der Weltförderung) und die USA mit 72 Mio t (7,0 %). Die größten Potenziale an Weichbraunkohle (Reserven und Ressourcen) lagern in Nordamerika, Russland, China und Australien.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2016
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