Weltmarktpreise für Nahrungsmittel

Weltmarktpreise für Nahrungsmittel

Infografik Nr. 670095

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen seit 2003 weltweit an. Teilweise kam es zu sprunghaften, besonders hohen Preisausschlägen: 2008 kletterten die Preise auf den Weltagrarmärkten, real ges ...

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Die Preise für Nahrungsmittel stiegen seit 2003 weltweit an. Teilweise kam es zu sprunghaften, besonders hohen Preisausschlägen: 2008 kletterten die Preise auf den Weltagrarmärkten, real gesehen, auf ein Niveau, wie es zuletzt in der Ölkrise 1973-75 beobachtet wurde. Nach einem zeitweiligen Abfall erreichten die Nahrungsmittelpreise 2011 ihren bisherigen Höchststand – gemessen am durchschnittlichen Preisstand der Jahre 2002-2004 hatte sich der Gesamt-Preisindex für Nahrungsmittel mehr als verdoppelt. Die Ursachen dieser Entwicklung lagen unter anderem in der zusätzlichen Nachfrage nach Nahrungsmitteln durch die wirtschaftlich prosperierenden Schwellenländer, in höheren Produktions- und Transportkosten aufgrund steigender Rohölpreise, in der konkurrierenden Nachfrage nach Biokraftstoffen, aber auch in Finanzspekulationen auf den Agrarmärkten.

Nach dem Preisgipfel des Jahres 2011 entspannten sich die Preise wieder etwas und sanken bis 2016 annähernd auf das Niveau von 2007. Für die nächsten zehn Jahre rechnen FAO und OECD mit einer fortdauernden Preisberuhigung. Das reale Preisniveau dürfte sogar leicht sinken. Die Gründe dafür liegen einerseits auf der Nachfrageseite: • Zwar sorgt das Wachstum der Weltbevölkerung generell für einen ständig steigenden Bedarf an Ernährungsgütern, doch dürfte sich die Nachfrage nach Agrarrohstoffen im nächsten Jahrzehnt etwas langsamer entwickeln, vor allem in China, wo sich das rasante Wirtschaftswachstum zuletzt abschwächte. Dämpfend auf die Nachfrage wirkt auch, dass die Getreidebestände in den letzten zehn Jahren aufgestockt wurden. • Auch die Nachfrage nach Biokraftstoffen wird laut Prognose sinken; vor allem, weil der Preisabfall für Rohöl seit 2015 fossile Brennstoffe vergleichsweise günstig macht. Auf der Angebotsseite steht der gebremsten Nachfrage eine • höhere Produktion gegenüber. Der sprunghafte Anstieg der Nahrungsmittelpreise in den Jahren 2007/2008 hatte Investitionen in die Landwirtschaft für große Agrarproduzenten lohnend gemacht. Die dadurch ausgelöste Erweiterung der Kapazitäten wirkt sich weiterhin aus. So wird mit steigenden Erträgen bei Getreide gerechnet, ebenso mit Produktionszuwächsen bei Fleisch und Milch, vor allem in den Entwicklungsländern.

FAO und OECD warnen aber, dass es durch unvorhergesehene Ereignisse zu länger andauernden Preisausschlägen kommen kann. Agrarpreise können generell erheblich schwanken, z.B. wegen Missernten. Zudem sind die verschiedenen Agrarmarktsektoren inzwischen so eng aufeinander bezogen, dass sich Knappheitserscheinungen auf Teilmärkten rasch auch auf andere Sektoren übertragen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2018
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