Nahrungsmittelverluste und -verschwendung

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Infografik Nr. 670101

Weltweit sind rund 800 Millionen Menschen unterzureichend ernährt, mehr als 100 Millionen leiden unter akutem Hunger. Dabei wäre die globale Nahrungsmittelproduktion groß genug, um auch sie mit dem ...

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Weltweit sind rund 800 Millionen Menschen unterzureichend ernährt, mehr als 100 Millionen leiden unter akutem Hunger. Dabei wäre die globale Nahrungsmittelproduktion groß genug, um auch sie mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Aber rund ein Drittel der für den menschlichen Konsum erzeugten Lebensmittel geht auf dem Weg zwischen Anbau und Verzehr verloren, weil sie verderben oder verschwendet werden. Die Welternährungsorganisation FAO unterscheidet zwischen Nahrungsmittelverlusten, die nicht unmittelbar kontrolliert und vermieden werden können, und Nahrungsmittelverschwendung, durch die an sich geeignete Nahrungsmittel bewusst oder unabsichtlich aussortiert und vernichtet werden.

Schätzungen besagen, dass rund um den Globus jährlich etwa 1300 Millionen Tonnen Nahrungsmittel auf die eine oder andere Weise untergehen, davon 670 Mio Tonnen in den wohlhabenden Ländern und 630 Mio Tonnen in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Verlustrate, gemessen an der Gesamtproduktion für den menschlichen Verzehr, schwankt zwischen 28,2 % in Süd- und Südostasien und 36,2 % in Lateinamerika. Innerhalb dieses Schwankungsbereichs bewegen sich sowohl Nordamerika/Ozeanien (31,4 %), Europa (32,4 %) und Japan/Südkorea/China (33,4 %) als auch Afrika südlich der Sahara (35,6 %) und Nordafrika/West- und Zentralasien (36,0 %). Beim Vergleich zwischen den Weltregionen fällt aber auf: In den weniger entwickelten Regionen sind vor allem Verluste bei der Ernte und der nachfolgenden Lagerung zu verzeichnen; in den wohlhabenderen Regionen trägt dagegen die Verschwendung auf der Verbraucherebene entscheidend zur Vernichtung von Nahrungsmitteln bei.

Um mehr Produkte für die Ernährung zu retten, käme es also darauf an, die jeweiligen Schwachpunkte gezielt zu bekämpfen: • Auf der Erzeugerstufe durch Vermeidung von Überproduktion, von Ernteschäden und von Sortierverlusten auf Grund zu strenger Qualitätsstandards der Großabnehmer; • auf der Stufe der Lagerung durch Verbesserung der Infrastruktur (Kühlung, schädlings- und schadstofffreie Lagerhaltung, zügiger Abtransport); • bei Verarbeitung, Transport und im Handel durch Vermeidung von Abfällen, Verwertung auch von Produkten mit Schönheitsfehlern, Verpackungs- oder Transportschäden, Nutzung alternativer Absatzmöglichkeiten (z.B. an karitative Organisationen); • auf der Verbraucherstufe (vor allem in den reichen Ländern) durch ein verändertes Verhalten beim Einkauf und bei der Zubereitung (Einkaufsplanung, kleinere Mengen) sowie durch den Verzicht auf Überangebote in der Gastronomie und im Handel (Buffets „all you can eat“, Großpackungen usw.).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 04/2017
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