Die Welt des Kaffees

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Infografik Nr. 678112

Die Welt des Kaffees

Der Anbau von Kaffee beschränkt sich vorwiegend auf die tropischen Gebiete Süd- und Mittelamerikas, Afrikas sowie Süd- und Südostasiens, da die Kaffeepflanz ...

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Die Welt des Kaffees

Der Anbau von Kaffee beschränkt sich vorwiegend auf die tropischen Gebiete Süd- und Mittelamerikas, Afrikas sowie Süd- und Südostasiens, da die Kaffeepflanze nur in frostfreien Regionen mit ausreichenden Niederschlägen gedeiht. Weltweit wird in mehr als 60 Ländern auf einer Fläche von rund 10 Mrd Hektar Kaffee geerntet. Die wichtigsten Kaffee-Exportländer sind Brasilien, Vietnam, Kolumbien und Indonesien. Witterungsbedingte Ernteschwankungen in diesen Ländern haben weitreichende Auswirkungen auf die Versorgung des Weltmarkts und damit auf den Kaffeepreis.

Im Erntejahr 2015/16 wurden 153,3 Mio Sack Rohkaffee (zu je 60 kg) produziert. Davon entfielen 56 % auf die höherwertige Sorte Arabica, 44 % auf die Sorte Robusta. Mit 49,4 Mio Sack stand Brasilien an der Spitze der Kaffeeanbauländer. Den zweiten Rang nahm Vietnam mit 29,3 Mio Sack ein. Mit kostengünstigen Robusta-Kaffees konnte das Land seit den 1990er Jahren einen wachsenden Anteil am Weltmarkt für sich gewinnen. Von der globalen Kaffeernte wird etwa ein Drittel in den Erzeugerländern selbst verbraucht; zwei Drittel gehen in den Export. Hauptabnehmer sind die USA vor Deutschland, Japan, Italien und Frankreich. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch lag in Deutschland 2015 bei 7,2 kg, in den USA bei 4,5 kg, in Finnland aber sogar bei 12,2 kg.

Um Produktions- und Preisschwankungen aufzufangen und die Exporterlöse der Kaffeeländer zu stabilisieren, wurde 1962 das erste Welt-Kaffeeabkommen geschlossen, dem fast alle Exportländer und die wichtigsten Verbraucherländer beitraten. Kernstück des Abkommens war die Regulierung des Kaffee-Welthandels durch Exportquoten. Die Quotensteuerung musste 1989 aber aufgegeben werden, weil sie eine Anpassung an die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Kaffees verhinderte und dem Interesse großer Industrieländer, insbesondere der USA, an der Liberalisierung der Rohstoffmärkte entgegenstand. Ein Versuch der Erzeugerländer, den Preisturbulenzen auf dem Kaffeemarkt im Rahmen einer eigenen Organisation (ACPC) zu begegnen, schlug fehl. Auf Grund des hohen Angebotsdrucks gaben die Weltmarktpreise für Kaffee ab 1998 nach und sanken in der „Kaffeekrise“ 2001 (mit 45,6 US-Cent je lb) auf den tiefsten Stand nach drei Jahrzehnten, ehe sie wieder anstiegen. 2011 erreichte der Kaffeepreis mit durchschnittlich 210,4 Cent je lb eine Rekordmarke. Mitte 2016 wurde er mit rund 130 Cent je lb notiert. Die oft kleinbäuerlichen Produzenten erhalten insgesamt nur einen geringen Anteil an den Erlösen des weltweiten Kaffeehandels. Diesem Problem versucht die Fair-Trade-Bewegung mit „fair“ gehandeltem Kaffee entgegenzuwirken.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2016
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