Palmöl

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Infografik Nr. 678121

Palmöl

Das aus den Früchten der Ölpalme (Elaeis guinensis) gewonnene Palmöl ist das weltweit am meisten produzierte und genutzte Pflanzenöl. Zum einen liegt das an seinen ...

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Palmöl

Das aus den Früchten der Ölpalme (Elaeis guinensis) gewonnene Palmöl ist das weltweit am meisten produzierte und genutzte Pflanzenöl. Zum einen liegt das an seinen landwirtschaftlichen Vorteilen: Palmöl kann das ganze Jahr über geerntet werden und wirft pro Hektar Landfläche bis zu zehnmal höhere Erträge ab als Soja-, Sonnenblumen- oder Rapsöl. Zum anderen ist Palmöl vielseitig verwendbar: Ein geringer (aber wachsender) Anteil wird als Biokraftstoff genutzt, hauptsächlich findet es sich jedoch in Nahrungsmitteln wie Margarine, Schokolade, Teig, Fertiggerichten, Pommes Frites und vielen mehr – laut WWF enthält in Deutschland etwa jedes zweite Supermarktprodukt Palmöl. Von geringerer Bedeutung ist Palmkernöl, das im Unterschied zum Palmöl nicht aus dem Fruchtfleisch, sondern dem Kern der Palmölfrucht gewonnen wird; es wird vor allem zur Herstellung von Duschgels und Waschmitteln verwendet.

Bekannt war das Öl der in Westafrika beheimateten Ölpalme bereits um 3000 v. Chr. im alten Ägypten. Im Zuge der industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand ein Bedarf an Palmöl zur Herstellung von Kerzen und als Schmiermittel für Maschinen. Die wirtschaftliche Nutzung im großen Stil begann aber erst in den 1960er Jahren, nachdem technische Verbesserungen in der Veredelung von Pflanzenöl und im Transport die Verwendung von Palmöl in der Nahrungsmittelindustrie erschwinglich gemacht hatten. Seitdem hat die Produktion stetig zugenommen: Wurden 1961 weltweit gerade einmal 1,5 Mio Tonnen Palmöl produziert, so waren es um die Jahrtausendwende bereits über 20 Mio Tonnen und bis 2015 verdreifachte sich die Produktionsmenge noch einmal (auf 62,6 Mio Tonnen). Angebaut wird die Ölpalme in zahlreichen tropischen Ländern. Die mit Abstand wichtigsten Produzenten sind Indonesien und Malaysia. Allein auf diese beiden Staaten entfielen 2015 über 80 % der globalen Palmölproduktion. In jüngerer Zeit weiteten auch einige Länder in Lateinamerika ihre Palmölproduktion aus.

Der flächendeckende Anbau von Ölpalmen hat gravierende Folgen für die Umwelt. Etwa 12 Mio Hektar Land wurden bereits für Palmölplantagen gerodet, darunter ausgedehnte Regenwaldgebiete. Die Rodung von Regenwald setzt nicht nur Treibhausgase frei und beschleunigt so die globale Erwärmung, sie lässt auch den Lebensraum für bedrohte Arten wie Orang-Utans und Tiger weiter schrumpfen. Der WWF hat 2004 den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) als Forum für den kritischen Dialog mit Unternehmen aus der Palmölindustrie ins Leben gerufen. Die im RSPO vereinbarten Prinzipien sind indes nicht bindend. Für effektiven Umweltschutz wird die Zwangsgewalt von Gesetzen unerlässlich sein.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2016
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