Agrarsubventionen

Agrarsubventionen

Infografik Nr. 670105

Die Landwirtschaft gehört weltweit zu den am stärksten subventionierten Wirtschaftszweigen. Das hat mit der besonderen Rolle der Landwirtschaft zu tun‚ die Bevölkerung zu ernähren‚ damit gleichzeitig aber auch Landschaft und Natur zu pflegen und zu erhalten.

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Die Landwirtschaft gehört weltweit zu den am stärksten subventionierten Wirtschaftszweigen. Das hat mit der besonderen Rolle der Landwirtschaft zu tun‚ die Bevölkerung zu ernähren‚ damit gleichzeitig aber auch Landschaft und Natur zu pflegen und zu erhalten. Die aus Steuergeldern finanzierten Subventionen verfolgen ganz allgemein das Ziel‚ die agrarischen Betriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz zu unterstützen und so zu verhindern‚ dass Kulturflächen in großem Maßstab aufgegeben und sich selbst überlassen werden. Im Einzelnen sind sie aber unterschiedlich ausgestaltet‚ wie ein Blick auf die Zahlungen der EU im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik zeigt.

Deren Zuwendungen lassen sich in drei große Blöcke aufteilen. Im Vordergrund stehen Direktzahlungen‚ die zur Sicherung des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe beitragen. Sie werden flächenbezogen gewährt‚ unabhängig davon‚ was der Betrieb produziert‚ und stellen einen gewissen Ausgleich für die vom Staat auferlegten Umwelt-‚ Tierschutz- und Verbraucherschutz-Anforderungen dar. Für besondere Umweltleistungen fließen zusätzliche Prämien. Maßnahmen zur Marktstützung für einzelne Produkte‚ wie sie in der EU bis 1992 vorherrschten und zu immer neuen Überproduktionskrisen führten‚ spielen nur noch eine untergeordnete Rolle (u.a. für Obst und Gemüse‚ Wein‚ Olivenöl). Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Finanzhilfen zur Entwicklung des ländlichen Raums.

Kritisch beobachtet werden die landwirtschaftlichen Subventionen durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Sie bemängelt‚ dass die Agrarpolitik noch allzu häufig an den Zielen vorbeigeht‚ die man sich für diesen Wirtschaftssektor vorgenommen hat‚ nämlich die Produktivität nachhaltig zu steigern‚ die Umwelt zu schonen und den Landwirten dabei zu helfen‚ dass sie mit natürlichen Risiken und Marktverwerfungen besser fertig werden.

In den Jahren 2015-17 flossen durchschnittlich 434 Mrd Euro pro Jahr als Subventionen an die landwirtschaftlichen Produzenten in 51 Ländern (davon 41 OECD- und EU-Mitgliedstaaten und 10 Schwellen- und Entwicklungsländer). 2017 stammten EU-weit 18% der Bruttoeinnahmen der landwirtschaftlichen Betriebe aus solchen Zuwendungen. Wesentlich höher war die Subventionsquote mit über oder knapp unter 50% in Südkorea‚ Norwegen‚ der Schweiz und Japan. In China machten die Subventionen 14% der Farmeinkommen aus‚ in den USA 10%. Die OECD spricht sich vor allem gegen produktionsbezogene Zuwendungen aus‚ da diese die Marktverhältnisse und die Handelsströme verzerren.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2018
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