Energiequelle Erdgas

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Energiequelle Erdgas

Seit 1872 in den USA zum ersten Mal Erdgas durch eine Pipeline strömte, wurden in der Welt schätzungsweise 100 Billionen Kubikmeter Gas gefördert. Erdgas wird auch noch auf Jahrzehnte hinaus als Energiequelle zur Verfügung stehen. Beim derzeitigen Fördertempo reichen die bestätigten Erdgasreserven (2013: 185700 Mrd m³) rechnerisch noch für 55 Jahre. Die über die Reserven hinaus vermuteten Ressourcen sind noch um ein Vielfaches größer. Sie ruhen in Lagerstätten, deren Erschließung sich nach heutigem Technologiestand noch nicht lohnt oder die noch erkundet werden müssen. Große Erwartungen richten sich auf die Erforschung der Gashydrate, eisähnlicher Substanzen aus Wasser und Methan, in denen weit mehr Kohlenstoff eingelagert ist als in allen bekannten fossilen Energievorkommen zusammen.

Die Erdgasreserven nach heutigem Stand konzentrieren sich großenteils auf vier Staaten: Iran (33800 Mrd m³), Russland (31300 Mrd m³), Katar (24700 Mrd m³) und Turkmenistan (17500 Mrd m³). Im Übrigen sind sie geographisch breiter gestreut als die Erdölvorräte. Politisch motivierte Risiken für die Versorgungssicherheit der Abnehmerländer lassen sich aber nicht ausschließen; auch technische Störungen oder Naturkatastrophen können den Transport über Pipelines beeinträchtigen. Als Alternative kommt die Versorgung mit Flüssig-Erdgas in Betracht. Das verflüssigte Gas kann auch aus Förderländern abseits der großen Pipelines (z.B. von der arabischen Halbinsel oder aus Nordafrika) mit Spezialtankschiffen rund um die Erde transportiert werden. Erdgas wandelt sich so zum weltweit handelbaren Gut. An der Spitze der Erdgasförderung standen lange Zeit die USA. Mit der Erschließung der sibirischen Lagerstätten ging die Rolle des größten Erdgasproduzenten Anfang der 1980er Jahre auf die Sowjetunion (ab 1991: Russland) über. In den letzten Jahren führten in den USA aber neue Fördertechnologien zu einer deutlichen Ausweitung des Fördervolumens, so dass die USA Russland wieder überholten: Von der Erdgasförderung 2013 (insgesamt 3370 Mrd m³) entfielen 627 Mrd m³ (21 %) auf die USA und 544 Mrd m³ (18 %) auf Russland. Es folgten Iran (150 Mrd m³), Katar (143 Mrd m³), Kanada (139 Mrd m³) und China (105 Mrd m³).

Die größten Verbraucher waren 2013 die USA (mit 737 Mrd m³) vor Russland (414 Mrd m³), Iran (162 Mrd m³) und China (162 Mrd m³). In den USA entwickelte sich in den vergangenen Jahren um die Fracking-Technologie, mit denen die immensen Schiefergasvorkommen des Landes ausgebeutet werden können, ein regelrechter Erdgas-Boom. Während Fracking in Europa wegen der möglichen Umweltrisiken kritisch betrachtet wird, sehen die USA darin eine Möglichkeit, sich von Erdgasimporten unabhängig zu machen.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2014
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