Energiequelle Erdgas

Energiequelle Erdgas

Infografik Nr. 648210

An der Spitze der Erdgasförderung standen lange die USA. Mit der Erschließung der sibirischen Lagerstätten ging die Rolle des größten Erdgasproduzenten Anfang der 1980er Jahre auf die Sowjetunion über. Aber die USA kamen ab 2011 machtvoll zurück.

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Seit 1872 in den USA zum ersten Mal Erdgas durch eine Pipeline strömte, wurden in der Welt schätzungsweise 122 Billionen Kubikmeter Gas gefördert. Erdgas steht auch in Zukunft als Energiequelle zur Verfügung. Beim derzeitigen Fördertempo reichen die bestätigten Erdgasreserven (Ende 2019: 198 800 Mrd m³) rechnerisch für weitere 50 Jahre. Die über die Reserven hinaus vermuteten Ressourcen sind noch um ein Vielfaches größer. Sie ruhen in Lagerstätten, deren Erschließung sich heute noch nicht lohnt oder die noch erkundet werden müssen. Dazu zählen insbesondere Gashydrate, eisähnliche Substanzen aus Wasser und Methan, die ab 400 m Tiefe in den Weltmeeren lagern. Die künftige Rolle des Erdgases wird davon abhängen, wie schnell der Übergang zu erneuerbaren Energien gelingt. Erdgas gilt im Vergleich zu Kohle und Öl zwar als klimaschonender, trägt als fossiler Brennstoff aber doch auch zum Klimawandel bei. 

Die Erdgasreserven nach heutigem Stand konzentrieren sich großenteils auf fünf Staaten: Russland (38 000 Mrd m³), Iran (32 000 Mrd m³), Katar (24 700 Mrd m³), Turkmenistan (19 500 Mrd m³) und die USA (12 900 Mrd m³). Im Übrigen sind sie geographisch ähnlich breit gestreut wie die Erdölvorräte. Politisch motivierte Risiken für die Versorgung der Abnehmerländer lassen sich aber nicht ausschließen; auch technische Störungen oder Naturkatastrophen können den Transport über Pipelines beeinträchtigen. Als Alternative bietet sich die Versorgung mit Flüssig-Erdgas an. Das bei tiefen Temperaturen verflüssigte Gas kann auch aus Förderländern abseits der großen Pipelines (z.B. von der arabischen Halbinsel, aus Nordafrika oder den USA) mit Spezialtankschiffen rund um die Erde transportiert werden. Erdgas wandelt sich so zu einem weltweit handelbaren Gut.

An der Spitze der Erdgasförderung standen lange die USA. Mit der Erschließung der sibirischen Lagerstätten ging die Rolle des größten Erdgasproduzenten Anfang der 1980er Jahre auf die Sowjetunion über. Aber die USA kamen ab 2011 machtvoll zurück: Durch die Ausbeutung von Schiefergas-Vorkommen mit Hilfe der Fracking-Technologie wurden sie nicht nur wieder zum führenden Erdgas-Produzenten, sondern schalteten sich als Exporteur von Flüssiggas zunehmend in den globalen Energiemarkt ein – in Europa auch mit dem Ziel, Russland als Energielieferant zurückzudrängen. Von der Erdgasförderung des Jahres 2019 (insgesamt 3 989 Mrd m³) entfielen 921 Mrd m³ (23 %) auf die USA und 679 Mrd m³ (17 %) auf Russland. Es folgten Iran (244 Mrd m³), Katar (178 Mrd m³), China (178 Mrd m³) und Kanada (173 Mrd m³). Die größten Verbraucher waren die USA (847 Mrd m³) vor Russland (444 Mrd m³) und China (307 Mrd m³).

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 08/2020
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