Schiefergas: Ressourcen und Förderung

Schiefergas: Ressourcen und Förderung

Infografik Nr. 648215

Schiefergas: Ressourcen und Förderung

In den letzten Jahren hat das Interesse an Schiefergas als Energiequelle stetig zugenommen. Seine Ausbeutung ist indes mit einigen Schwieri ...

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Schiefergas: Ressourcen und Förderung

In den letzten Jahren hat das Interesse an Schiefergas als Energiequelle stetig zugenommen. Seine Ausbeutung ist indes mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Denn Schiefergas gehört zu den sogenannten nicht-konventionellen Erdgasvorkommen: Im Gegensatz zu Erdgas in konventionellen Lagerstätten bleibt es in seinem Muttergestein (Tongestein, oft als „Schiefer“ bezeichnet) gebunden und fließt nicht von selbst in die Bohrung. Daher muss es zunächst mit aufwändiger Technik (meist „Fracking“) freigesetzt werden.

Schätzungen der technisch förderbaren Ressourcen an Schiefergas hat die Energy Information Agency (EIA) für 41 Länder vorgenommen, zuletzt für das Jahr 2013. Geologische Becken mit bestehenden oder wahrscheinlichen Schiefergas-Potenzialen konnten auf allen Kontinenten identifiziert werden. Oft sind sie mit konventionellen Lagerstätten verbunden. Nach den Schätzungen der EIA verfügt China mit rund 31600 Mrd m³ über die größten Ressourcen weltweit; es folgen Argentinien (22700 Mrd m³) und Algerien (20000 Mrd m³). Die USA liegen mit 18800 Mrd m³ an vierter Stelle. In Europa werden die größten Lagerstätten in Polen (4200 Mrd m³) und Frankreich (3900 Mrd m³) vermutet. Die Schiefergas-Ressourcen in Deutschland beziffert die EIA auf 500 Mrd m³. Dagegen rechnet die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit deutlich größeren technisch gewinnbaren Ressourcen (700 bis 2300 Mrd m³).

Die Förderung von Schiefergas in großem Stil wird derzeit nur in den USA betrieben. Seit etwa 2005, nachdem die Fördertechnologie weit genug entwickelt war, stieg die Förderung dort steil an. 2013 stammten bereits 40 % der Erdgasproduktion in den USA aus Schiefergas. Die massive Ausweitung der Schiefergasförderung brachte die USA nahe an die Selbstversorgung; nach Einschätzung der EIA könnten sie bis 2020 zum Nettoexporteur von Erdgas werden. Außerhalb der USA wird Schiefergas (bzw. auch Schieferöl) bislang nur in China, Kanada und Argentinien in kommerziellem Ausmaß gefördert, wenn auch in viel geringeren Mengen. In Europa wurden Probebohrungen in Schiefergas-Lagerstätten unter anderem in Polen, Großbritannien, Schweden, Österreich und Deutschland vorgenommen.

Einige Länder erhoffen sich von der Schiefergas-Förderung eine größere Unabhängigkeit von Erdöl- und Erdgasimporten. Dagegen stehen aber Bedenken wegen der mit der Fracking-Technologie verbundenen Umweltrisiken. Manche Staaten haben sich deshalb gegen die Schiefergas-Förderung entschieden: Ein Verbot der Förderung von Schiefergas durch Fracking beschlossen etwa Frankreich und Bulgarien. Selbst im Hauptförderland USA setzten einige Bundesstaaten die Förderung zeitweilig aus.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2015
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