Sanitäre Versorgung

Sanitäre Versorgung

Infografik Nr. 660545

Das ZAHLENBILD vergleicht die Entwicklung der weltweiten sanitären Versorgung in den Jahren 2000 und 2020 vor dem Hintergrund des Entwicklungsziels einer „angemessenen und gerechten Sanitärversorgung und Hygiene“. Jetzt herunterladen!

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In der Nachfolge der Millenniumsziele des Jahres 2000 beschloss die Staatengemeinschaft 2015 die „Agenda 2030“ mit 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung. Ziel 6 ist der Wasserbewirtschaftung und der Sanitärversorgung gewidmet. Das Unterziel 6.2 will „bis 2030 den Zugang zu einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung und Hygiene für alle erreichen und der Verrichtung der Notdurft im Freien ein Ende setzen …“.

Nach einem gemeinsamen Zwischenbericht von WHO und Unicef für das Jahr 2020 kommt die Verbesserung der sanitären Versorgung aber langsamer voran, als für die Umsetzung dieses Ziels bis 2030 notwendig wäre. 2020 hatte erst gut die Hälfte der Weltbevölkerung (54 %) Zugang zu „sicher betriebenen“ sanitären Anlagen. Darunter sind Toiletten zu verstehen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden müssen und bei denen die Fäkalien an Ort und Stelle sicher entsorgt oder abtransportiert und an anderer Stelle behandelt werden, also z.B. Toiletten mit Kanalanschluss zu einem Klärwerk, Klärgruben, Komposttoiletten, abgedeckte Grubenlatrinen (Joint Monitoring Programme WHO/Unicef). 2020 mussten aber immer noch 21 % der Weltbevölkerung auf sanitäre Mindeststandards verzichten. Das heißt rund 1,7 Milliarden Menschen verrichteten ihren Stuhlgang Tag für Tag unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen: 580 Mio benutzten öffentliche oder gemeinschaftliche Einrichtungen mit eingeschränkter Privatsphäre oder Zugänglichkeit und 616 Mio waren auf einfache Latrinen, Gruben oder Eimer angewiesen.

Die übrigen – 494 Mio Menschen – verrichteten ihre Notdurft im Freien. Das hat ernste Auswirkungen auf den Stand der Gesundheit. Die offene Defäkation begünstigt die Übertragung von Krankheiten durch unmittelbaren Kontakt mit menschlichen Exkrementen, durch die Verseuchung von Gewässern oder durch Insekten. Häufig kommt es zu chronischen Erkrankungen des Magen- und Darmtrakts (Enteropathien), welche die Aufnahme von Nahrungsstoffen verhindern, zu Hirnhautentzündungen oder Durchfallerkrankungen, und in der Folge zu erhöhter Kindersterblichkeit.

Noch immer verrichten in 55 Ländern der Erde jeweils mehr als 5 % der Bevölkerung ihre Notdurft im Freien. Vor allem in Afrika südlich der Sahara, in Zentral- und Südasien und in Ozeanien ist dies noch weit verbreitet, in Niger und im Tschad, in Südsudan und Benin sogar bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Seit 2000 ist der Anteil derer, die im Freien defäkieren, weltweit allerdings von 21 % auf 6 % zurückgegangen und es gibt Hoffnung, dass diese Praxis bis 2030 tatsächlich überwunden wird.

Reihe: 53
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Ausgabe: 09/2021
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