Devisenreserven

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Devisenreserven

Die weltweit gehaltenen Devisenreserven nahmen ab 2004 innerhalb eines Jahrzehnts auf das Fünffache zu. Auf dem Gipfel dieser Entwicklung, im Sommer 2014, beliefen sie sich auf rund 12 Billionen US-Dollar. Nach Definition des Internationalen Währungsfonds handelt es sich bei solchen Reserven um Guthaben und Finanzaktiva in ausländischer Währung, die der Kontrolle der Währungsbehörden eines Landes unterliegen. Sie können u.a. zur direkten Finanzierung von Zahlungsbilanzungleichgewichten oder – mit Hilfe von Devisenmarktinterventionen zur Beeinflussung des Wechselkurses – zur indirekten Steuerung des Umfangs solcher Ungleichgewichte eingesetzt werden. Ihr Zustandekommen resultiert in erster Linie aus wirtschaftlichen Aktivitäten gegenüber Ausland, die sich in Leistungsbilanzüberschüssen niederschlagen, oder aus Kapitalzuflüssen.

Für die meisten großen Industrieländer, deren nationale Währung weltweit akzeptiert wird und deren Finanzmärkte auf alle Anforderungen flexibel reagieren, besteht kaum noch die Notwendigkeit, große Devisenreserven zu halten. Das zeigt das Beispiel der USA, die ihr großes Leistungsbilanzdefizit auch ohne den Einsatz offizieller Devisenreserven finanzieren können. Auch die Devisenbestände der Eurozone nehmen sich vergleichsweise bescheiden aus.

Viele Entwicklungs- und Schwellenländer sehen im Aufbau eines Polsters von Devisenreserven aber ein Mittel, sich gegen Währungsturbulenzen und Finanzkrisen zu wappnen, Vertrauen in die eigene Währung aufzubauen und gegebenenfalls zum Schutz der eigenen Währung am Devisenmarkt eingreifen zu können. Darin wirken die Erfahrungen aus der Asienkrise von 1998 nach, in der die Devisenbestände einiger Länder in kürzester Zeit zusammenschmolzen. Gerade die asiatischen Schwellenländer weiteten ihre Reservebestände deshalb kräftig aus, allen voran die Volksrepublik China. Mit 3,9 Billionen US-Dollar verfügte China Ende 2014 über die weitaus größten Reserven weltweit. Sie stammten zu einem guten Teil aus Devisenmarktinterventionen, mit denen der Aufwertungsdruck auf den Yuan verringert werden sollte. Längst zeigen sich aber die nachteiligen Folgen eines exzessiven exportgetriebenen Wachstums auf der Grundlage einer systematisch unterbewerteten Währung. Inzwischen scheint der Höhepunkt der Reservenbildung in China wie in anderen Schwellenländern überschritten zu sein. Die fallenden Weltmarktpreise für Rohstoffe ließen zuletzt die Leistungsbilanzüberschüsse von Ölländern und anderer Rohwarenproduzenten schrumpfen und zogen zum Teil auch schon die Auflösung von Devisenreserven nach sich.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2015
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