Verflechtung des Welthandels

Verflechtung des Welthandels

Im Zeichen der Globalisierung ist die Welt heute ökonomisch, politisch, verkehrstechnisch und medial enger vernetzt als jemals zuvor. Das zeigt sich nicht zuletzt am Beispiel des internationalen Warenverkehrs, dessen Volumen zwischen 1950 und 2017 um mehr als das 35-fache zunahm.

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Im Zeichen der Globalisierung ist die Welt heute ökonomisch, politisch, verkehrstechnisch und medial enger vernetzt als jemals zuvor. Das zeigt sich nicht zuletzt am Beispiel des internationalen Warenverkehrs, dessen Volumen zwischen 1950 und 2017 um mehr als das 35-fache zunahm, während sich die Weltwirtschaftsleistung im gleichen Zeitraum „nur“ gut verzehnfachte. Wie stark die Volkswirtschaften durch ihre Handelsbeziehungen inzwischen miteinander verflochten und aufeinander angewiesen sind, wurde in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 auch auf negative Weise sichtbar. In einer die ganze Welt erfassenden Phase wirtschaftlicher Unsicherheit brach der Warenexport dramatisch ein. Mengenmäßig blieb er 2009 um 12 % hinter dem Ergebnis des Vorjahrs zurück. Einen derart scharfen Rückgang hatte es seit Ende des Zweiten Weltkriegs noch nicht gegeben. Erstmals in diesen langen Jahrzehnten schrumpfte auch die gesamte Weltwirtschaftsleistung (-1,8 %). Die Bedeutung des Welthandels zeigte sich aber ebenso eindrücklich, als er die Weltwirtschaft bereits im Folgejahr 2010 in einem steilen Aufschwung (+14 %) wieder aus ihrem Tief herauszog. In den Jahren 2012 - 2015 lag die jährliche Zuwachsrate des Exportvolumens allerdings nur knapp über 2 % und sank 2016 sogar noch darunter. Erst 2017 nahm die Exportmenge wieder stärker zu, wenngleich der Zuwachs mit einer Rate von 4 % immer noch unter dem 6 %-Durchschnitt der zwei Jahrzehnte vor der Krise blieb.

Angekurbelt wurde der Welthandel 2017 durch eine regere Wirtschaftstätigkeit: Die Weltwirtschaftsleistung legte mit 3 % vergleichweise kräftig zu. Dazu beigetragen hatten vermehrte Investitionen, besonders in den USA, und eine steigende Konsumnachfrage in Asien, vor allem in Japan. Die EU und China behielten derweil ihren Wachstumskurs bei. Vom sich abzeichnenden Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften, den USA und China, blieb der Welthandel vorerst noch ungetrübt.       

Die Gravitationszentren des internationalen Warenhandels lagen auch 2017 wieder in Europa (mit der EU als Kern), in Asien und Nordamerika. So machten die Exportströme innerhalb dieser drei Weltregionen und zwischen ihnen wertmäßig über drei Viertel des gesamten Welthandels aus. Dagegen sind die übrigen Weltregionen zum Teil erst schwach in die Weltwirtschaft integriert und unterhalten vor allem untereinander noch kaum nennenswerte Exportbeziehungen. China unterstrich 2017 mit Ausfuhren im Wert von 2 263 Mrd US-$ seine Position als „Exportweltmeister“. Auf dem zweiten Rang folgten die USA vor Deutschland und Japan. Bei den Einfuhren lagen dagegen die USA vor China, Deutschland und Japan an der Spitze.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2019
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