Made in the world

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Infografik Nr. 390668

„Made in the world“

Deutschland ist unbestritten eine der leistungsfähigsten Exportnationen. Das „Made in Germany“ hat weltweit einen guten Klang. Aber Exporter ...

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„Made in the world“

Deutschland ist unbestritten eine der leistungsfähigsten Exportnationen. Das „Made in Germany“ hat weltweit einen guten Klang. Aber Exporterfolge lassen sich längst nicht mehr einzelnen Ländern zuschreiben. Das Land, das eine Ware exportiert, ist nicht zwangsläufig auch deren alleiniger Hersteller. Denn im Zuge der Globalisierung hat sich der Produktionsprozess grenzüberschreitend aufgespalten und das Fertigprodukt vereinigt in sich Komponenten aus vielen anderen Ländern, die in die internationale Wertschöpfungskette eingebunden sind: Es ist eigentlich „made in the world“. So enthält ein Auto, das aus Deutschland auf den Weltmarkt gebracht wird, vielleicht einen Motor aus Ungarn, Bremsen aus Italien, elektronische Bauteile aus Taiwan, Eisen brasilianischer Herkunft, Kautschuk aus Malaysia, der in Frankreich zu Reifengummi verarbeitet wurde, und Rechenleistungen eines indischen Datenzentrums. In der Exportstatistik, die den Wert eines Ausfuhrguts ganz dem Exportland zuordnet, spiegeln sich diese Beiträge nur unvollkommen wieder.

Ein gemeinsames Projekt der Industrieländer-Organisation OECD und der Welthandelsorganisation WTO („Made in the World“) geht deshalb der Frage nach, wie groß der Wertschöpfungsanteil der einzelnen Länder an den Welthandelsströmen ist. Erste Resultate zeigen, dass die reine Exportstatistik den Welthandels-Beitrag mancher führenden Exportländer überschätzt und dafür den Beitrag von Zulieferern und Zwischenproduzenten unterschätzt.

Für die westlichen Industrieländer kam die OECD zu dem Ergebnis, dass 2009 im Durchschnitt 76% ihres Exports auf eigener, inländischer Wertschöpfung beruhten, 24% dagegen als importierte Vorleistungen in die Produktion der Exportgüter eingingen. Der inländische Wertschöpfungsanteil der deutschen Exporte lag mit 73% noch etwas niedriger, der Importanteil mit 27% entsprechend höher. Im Vergleich dazu stammten 1995 noch 81% der deutschen Ausfuhr aus eigener Wertschöpfung und erst 19% aus Vorleistungs-Importen. Die Veränderungen zeigen, in welchem Umfang die deutsche Exportindustrie ihre Fertigung seitdem grenzüberschreitend diversifizierte, um die Vorteile ausländischer Zulieferungen zu nutzen. Die Daten der OECD erlauben auch eine Betrachtung der Exporte einzelner Wirtschaftszweige. So belief sich der Anteil der inländischen Wertschöpfung am Export der Fahrzeugindustrie 2009 sogar nur auf 66%. Das heißt, am Ende der Wertschöpfungskette liefen in Deutschland Fahrzeuge vom Band, in die mehr als ein Drittel an importierten Produktionsleistungen eingebettet war.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 07/2013
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