Freihandel im Pazifikraum

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Infografik Nr. 876106

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Die immer engere Verflechtung der Weltwirtschaft seit 1990 findet ihren Ausdruck im rasanten Wachstum des Welthandels: Zwischen 1990 und 2019 stieg der Exportwert der international gehandelten Waren und kommerziellen Dienstleistungen von 4,3 auf 25,0 Billionen US-Dollar. Erleichtert wurde diese Entwicklung durch den Abbau der Zoll- und Handelsschranken im Rahmen von Freihandelsabkommen zwischen einzelnen Staaten oder innerhalb ganzer Freihandelszonen. Ende 2020 waren bei der Welthandelsorganisation WTO mehr als 300 regionale Freihandelsvereinbarungen registriert; 1990 waren es erst 22.

Die Auswirkungen der Globalisierung werden seit einigen Jahren allerdings zunehmend kritisch hinterfragt. Der Abschluss neuer Freihandelsvereinbarungen stößt – wie die zurzeit ruhenden Verhandlungen über das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA – immer öfter auf Bedenken und Widerspruch. Unter der Präsidentschaft von Donald Trump wandten sich zudem die USA vom Gedanken der regelbasierten multilateralen Zusammenarbeit ab. Strebten sie unter Präsident Obama noch ein transpazifisches Freihandelsbündnis (TPP) an, zogen sie sich unter Trump 2017 daraus zurück. Aber der Freihandel als treibende Kraft der globalen Verflechtung blieb auf der politischen Tagesordnung.

Nach dem Ausstieg der USA aus dem TPP nahmen die übrigen Beteiligten ihre Verhandlungen wieder auf und verständigten sich Anfang 2018 auf den Abschluss der CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership – Umfassende und fortschrittliche Vereinbarung für eine Trans- Pazifische Partnerschaft), die noch im gleichen Jahr in Kraft trat. Ihre elf Partnerländer, darunter Japan, Kanada, Australien und Mexiko, zählen zusammen etwa 480 Mio Einwohner und repräsentieren rund 13 % der Weltwirtschaftleistung. Eine lockerere, aber räumlich noch weiter reichende Vereinbarung wurde im November 2020 unterzeichnet: Die RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership – Regionale umfassende Wirtschaftspartnerschaft) erstreckt sich auf 15 Staaten des Pazifikraums mit zusammen 2,3 Mrd Menschen und einem Anteil von rund 30 % an der Weltwirtschaftsleistung. Sieben ihrer Mitglieder gehören zugleich der CPTPP an, das Schwergewicht liegt aber auf Ost- und Südostasien, wobei China den zentralen Platz einnimmt, den die USA geräumt haben. Indien, das sich den stärkeren Partnerstaaten wohl nicht gewachsen sah, zog sich noch während der Verhandlungen aus der RCEP zurück. Es wird erwartet, dass die RCEP vor allem den innerasiatischen Handelsaustausch fördert und nicht zuletzt die ASEAN-Staaten stärker in den Welthandel einbindet.

Reihe: 53
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Ausgabe: 01/2021
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