Armut in den Entwicklungsländern

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Armut in den Entwicklungsländern

Die weltweit verbreitete Armut zu bekämpfen, ist Kernaufgabe aller Entwicklungspolitik. Das kommt auch in den Entwicklungszielen zum Ausdruck, die sich die internationale Gemeinschaft für den Zeitraum von 1990 bis 2015 vorgenommen hat. Bis zum Ende dieser Periode, so das Ziel Nr. 1, soll in den Entwicklungsländern der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben, auf die Hälfte gesenkt werden. Nach den bisher vorliegenden Befunden wurden auf diesem Weg bereits deutliche Fortschritte erzielt.

Daten, die 2008 im Rahmen eines globalen Kaufkraftvergleichs gewonnen wurden (siehe ZAHLENBILD 625117), veranlassten die Weltbank, die Entwicklung der Armutsquoten neu zu bewerten. Auch die zuvor verwendete internationale Armutsschwelle wurde revidiert: Extreme Armut bedeutet nach der 2008 eingeführten Definition, dass pro Kopf eine Kaufkraft von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag zur Verfügung steht (gerechnet zu Preisen von 2005). Dieser Schwellenwert ist nicht aus der Luft gegriffen: Er entspricht dem Durchschnitt der nationalen Armutsgrenzen in den 10-20 ärmsten Ländern der Erde.

Im Licht der neuen Erkenntnisse wurden die Schätzungen zur Verbreitung extremer Armut korrigiert, und zwar zurück bis 1981. Wie sich zeigte, waren weltweit mehr Menschen von existenzieller Not betroffen als bisher angenommen. So lebten im Bezugsjahr 2005 rund 1,40 Milliarden Menschen – und damit ein Viertel der Weltbevölkerung – unterhalb der 1,25-Dollar-Armutsgrenze. Bis 2010 sank diese Zahl jedoch auf 1,22 Milliarden Menschen (21 % der Weltbevölkerung).

Nach wie vor erreicht die Armut auf dem afrikanischen Kontinent ihr größtes Ausmaß: In den Ländern südlich der Sahara war 2010 rund die Hälfte der Bevölkerung (414 Mio Menschen) als extrem arm ein-zustufen. Die Armutsquote lag damit zwar niedriger als in den 1990er Jahren, doch aufgrund des starken Bevölkerungswachstums hat die Zahl der Betroffenen seit 1990 um mehr als 120 Mio zugenommen. In Südasien (mit Indien, Pakistan und Bangladesch) sank die Armutsquote zwischen 1990 und 2010 von 53 % auf 31 %. Die Weltbank-Schätzung für 2010 spricht von 507 Mio Menschen in extrem armen Verhältnissen, 110 Mio weniger als 1990. Somit konnte dort auch das absolute Maß des Elends eingedämmt werden. In noch stärkerem Maße gilt das für Ostasien, wo sich die Zahl der extrem Armen seit 1990 von 926 Mio auf 251 Mio verringerte. Lebten in Ostasien 1990 noch 56 % der Bevölkerung in extremer Armut, waren es 2010 nur mehr 12 %. In China ging die Armutsquote in der Reformperiode seit 1981 sogar von 84 % auf zuletzt 12 % zurück.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2014
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