Extreme Armut in der Welt

Extreme Armut in der Welt

Infografik Nr. 632147

Die weltweit verbreitete Armut zu bekämpfen, ist Kernaufgabe aller Entwicklungspolitik. Das kam auch in den UN-Entwicklungszielen für den Zeitraum von 1990 bis 2015 zum Ausdruck. Am Ende dieser Periode sollte in den Entwicklungsländern der Anteil der Menschen in extremer Armut auf die Hälfte gesenkt werden. Die für die Anschlussperiode formulierten UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung wollen die extreme Armut in der Welt bis 2030 vollständig beseitigen.

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Die weltweit verbreitete Armut zu bekämpfen, ist Kernaufgabe aller Entwicklungspolitik. Das kam auch in den UN-Entwicklungszielen für den Zeitraum von 1990 bis 2015 zum Ausdruck. Am Ende dieser Periode, so das Ziel Nr. 1, sollte in den Entwicklungsländern der Anteil der Menschen in extremer Armut auf die Hälfte gesenkt werden. Dieses Ziel wurde bereits 2010 erreicht. Die für die Anschlussperiode formulierten UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung wollen die extreme Armut in der Welt bis 2030 vollständig beseitigen.

Daten, die 2015 im Rahmen eines globalen Kaufkraftvergleichs gewonnen wurden, veranlassten die Weltbank, die Entwicklung der Armutsquoten neu zu bewerten. Extreme Armut bedeutet nach der 2015 eingeführten Definition, dass pro Kopf eine Kaufkraft von weniger als 1,90 US-Dollar am Tag zur Verfügung steht (gerechnet zu Preisen von 2011). Dieser Schwellenwert ist nicht aus der Luft gegriffen: Er entspricht dem Durchschnitt der nationalen Armutsgrenzen in den 15 ärmsten Ländern der Erde.

Im Licht der neuen Erkenntnisse wurden die Schätzungen zur Verbreitung extremer Armut korrigiert. Wie sich zeigte, wurden in den letzten Dekaden durchaus Fortschritte bei der Armutsbekämpfung erzielt. Im Jahr 1990 waren noch 1,9 Mrd Menschen und damit 36 % der Weltbevölkerung von existenzieller Not betroffen. Bis 2015 sank diese Zahl auf 736 Mio Menschen, das entsprach rund 10 % der Weltbevölkerung. Doch das Ziel, die extreme Armut bis 2030 gänzlich zu beseitigen, wird aller Voraussicht nach nicht erreicht werden. Außerdem sind die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung regional sehr ungleich verteilt. In den Ländern südlich der Sahara waren 2015 immer noch mehr als zwei Fünftel der Bevölkerung (413 Mio Menschen) als extrem arm einzustufen. Die Armutsquote lag damit zwar niedriger als 1990, doch aufgrund des starken Bevölkerungswachstums nahm die Zahl der Betroffenen seitdem um mehr als 135 Mio zu. In Südasien sank die Armutsquote zwischen 1990 und 2015 von 47 % auf 12 %. Die Weltbank-Schätzung für 2015 spricht von 216 Mio Menschen in extrem armen Verhältnissen, 320 Mio weniger als 1990. Somit konnte dort auch das absolute Maß des Elends eingedämmt werden. In weit stärkerem Maße gilt das für Ostasien, wo sich die Zahl der extrem Armen von 1990 bis 2015 von 987 Mio auf nur noch 47 Mio verringerte. Lebten in Ostasien 1990 noch 62 % der Bevölkerung in extremer Armut, waren es 2015 nur mehr 2 %. Dagegen hat sich die Lage im Nahen Osten und Nordafrika in jüngster Zeit verschlechtert: von 2013 bis 2015 stieg die Zahl der extrem Armen dort auf mehr als das Doppelte (von rund 9 auf 19 Mio Menschen) – ursächlich dafür waren vor allem die Kriege in Syrien und im Jemen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2019
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