Analphabetismus in der Welt

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Infografik Nr. 690110

Analphabetismus in der Welt

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Analphabetismus in der Welt

Von den Vereinten Nationen wurde das Jahrzehnt von 2003 bis 2012 zur Dekade der Alphabetisierung ausgerufen. Sie lenkten damit die Aufmerksamkeit auf eines der gravierendsten Probleme der Unterentwicklung: In den Ländern der Dritten Welt zählen Analphabetismus und in der Folge mangelnde Bildung zu den wesentlichen Ursachen für Armut, hohe Kindersterblichkeit, rapides Bevölkerungswachstum und die Benachteiligung von Frauen.

Zum Ende der Dekade lassen sich einige Erfolge verzeichnen, doch bleiben noch viele Herausforderungen. So stieg der Anteil der Erwachsenen, die lesen und schreiben können, zwischen 2000 und 2011 von 82% auf 84%. Das Ziel, die Analphabetenquote bis 2015 zu halbieren, wie es auf dem Weltbildungsforum von Dakar im Jahr 2000 formuliert wurde, ist damit aber wohl kaum noch zu erreichen. In absoluten Zahlen gab es in den Entwicklungs- und Schwellenländern 2011 immer noch 774 Millionen Erwachsene, denen es an elementaren Lese- und Schreibkenntnissen fehlte, die also nicht in der Lage waren, kurze Alltagstexte sinnverstehend zu lesen oder niederzuschreiben. Fast zwei Drittel davon waren Frauen. Ihnen bleibt der Zugang zu den grundlegenden Kulturtechniken des Lesens und Schreibens besonders häufig verwehrt. So kann jeweils die Hälfte der Frauen in Afrika südlich der Sahara sowie in Süd- und Westasien weder lesen noch schreiben – mit allen Folgen, die sich daraus für eine bewusste Lebens- und Familienplanung, für die Erwerbsmöglichkeiten oder die politische Teilhabe dieser Frauen ergeben. Im Durchschnitt fehlt es 26% der Frauen in den Entwicklungs- und Schwellenländern an der Fähigkeit zu lesen und zu schreiben. Bei den Männern beträgt der entsprechende Anteil „nur“ 14%.

Vom Analphabetismus am stärksten betroffen sind einige Länder Westafrikas und der Sahelzone sowie Äthiopien und Haiti, wo jeweils mehr als die Hälfte der Erwachsenen nicht lesen und schreiben kann. Der Zahl nach finden sich die meisten Analphabeten in Süd- und Westasien, vor allem in Indien, Pakistan und Bangladesch. Das Problem des Analphabetismus betrifft aber nicht allein die Entwicklungsländer. Auch in den modernen Industriegesellschaften bestehen erhebliche Lese- und Schreibdefizite. Sie treten dort eher in der Form des funktionalen Analphabetismus auf, das heißt als Unvermögen, verstehend zu lesen, gestaltend zu schreiben, komplexe Aufgaben auszuführen und sich damit in einer zunehmend technisierten und konkurrenzbestimmten Umwelt zu behaupten. Für Deutschland ermittelte die Level-One-Studie der Universität Hamburg 2011 eine Zahl von 7,5 Mio Menschen, auf die diese Problembeschreibung zutrifft.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 10/2013
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