Weltwirtschaft bis 2060: Abnehmende Dynamik

Weltwirtschaft bis 2060: Abnehmende Dynamik

Infografik Nr. 632174

In einem Langzeit-Szenario, das bis zum Jahr 2060 reicht, befassen sich Experten der OECD mit den künftigen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Die heutigen Wachstumsraten werden sich nach ihrer Auffassung nicht halten lassen, wenn die Bereitschaft zu politischen und wirtschaftlichen Reformen erlahmt und alles so bleibt, wie es ist.

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In einem Langzeit-Szenario, das bis zum Jahr 2060 reicht, befassen sich Experten der OECD mit den künftigen Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Die heutigen Wachstumsraten werden sich nach ihrer Auffassung nicht halten lassen, wenn die Bereitschaft zu politischen und wirtschaftlichen Reformen erlahmt und alles so bleibt, wie es ist. In ihrer Basisprojektion, die von den derzeitigen politischen und institutionellen Gegebenheiten ausgeht, zeigen sie, wie das reale jährliche Wachstum der Weltwirtschaft von heute rund 3,4 % bis zum Jahr 2060 auf 2,05 % zurückgeht. Hauptursache dafür sind die sich abschwächenden Wachstumsraten in den Schwellenländern, allen voran China.

Noch treiben die großen asiatischen Schwellenländer die Weltwirtschaft an. Sie sichern sich wachsende Anteile an der Weltproduktion: 2060 entfallen nach dem Basis-Szenario etwa 24 % der globalen Wirtschaftsleistung auf China und 21 % auf Indien. Der Anteil der OECD, der 2005 noch bei 68 % lag, schrumpft bis 2045 auf etwa 43 % und bleibt danach annähernd stabil. Die OECD leistet über den gesamten Zeitraum bis 2060 auch einen annähernd gleichbleibenden Beitrag zum weltwirtschaftlichen Wachstum, doch die schwindende Dynamik in den Schwellenländern prägt den im Ganzen rückläufigen Wachstumstrend.

Die Auswirkungen einer solchen Entwicklung sind schwerwiegend. Folgt man dem Basis-Szenario, so ist in den OECD-Ländern in den kommenden vier Jahrzehnten mit einem durchschnittlichen Zuwachs des realen Pro-Kopf-Einkommens von 1,5 bis 2 % pro Jahr zu rechnen. Die Schwellenländer, darunter die Schwergewichte China und Indien, verzeichnen in ihrer gegenwärtigen Aufschwungphase zwar noch weit höhere Wohlstandsgewinne (von 6 % pro Jahr), doch dürften diese zum Ende des betrachteten Zeitraums auf 2 % pro Jahr zurückgehen, falls Reformen ausbleiben. Damit käme der Aufholprozess gegenüber den entwickelteren Ländern praktisch zum Stillstand. Der Lebensstandard in den Schwellenländern hätte dann aber erst knapp die Hälfte des Niveaus in den USA erreicht.

Schlagen die Schwellenländer jedoch einen Reformkurs ein, durch den sie sich im Hinblick auf Rechtssicherheit und Bildung den OECD-Ländern annähern, können sie nach Überzeugung der Experten wesentlich bessere Ergebnisse erzielen. Und auch die entwickelteren Länder selbst müssen beweglich bleiben, um sich insbesondere auf den demographischen Wandel einzustellen. Dass es aber auch noch schlechter gehen könnte, zeigt ein negatives Szenario, in dem die Liberalisierung des Welthandels auf den Stand von 1990 zurückgedreht wird: Ein globaler Wohlstandsverlust von 14 % bis 2060 wäre die Folge.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2018
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