Verstädterung - gestern und morgen

Verstädterung - gestern und morgen

Infografik Nr. 603142

Das Wachstum der Weltbevölkerung konzentriert sich in den großen Städten, während die Entwicklung der ländlichen Bevölkerung stagniert. Das zeigen Vorausberechnungen der UN Population Division bis zum Jahr 2050. Rückwärts lässt sich die Stadt-Land-Entwicklung seit 1950 verfolgen. Ein Kurvendiagramm fasst die Trends für Sie prägnant zusammen!

 

Welchen Download brauchen Sie?

Handel, Gewerbe und Verwaltung waren entscheidende Faktoren der Städtebildung im... mehr
Mehr Details zu "Verstädterung - gestern und morgen"

Handel, Gewerbe und Verwaltung waren entscheidende Faktoren der Städtebildung im vorindustriellen Europa. Die Verstädterung im modernen Sinne – ein Vorgang, der nicht nur die Siedlungsweise, sondern die gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse einbezieht – setzte aber erst mit der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert ein: Aus dem Elend des ländlichen Pauperismus strömten die Menschen in die rasch wachsenden gewerblich-industriellen Zentren, in denen sie, wenn auch unter kaum erträglichen Bedingungen, Arbeit fanden und existieren konnten. Die Stadtentwicklung wurde noch dadurch beschleunigt, dass der Ausbau des industriellen Sektors weitere Stellen im Handel, im Verkehrswesen, in den Dienstleistungsgewerben und in der Verwaltung nach sich zog.

Die Verstädterung in den heutigen Schwellen- und Entwicklungsländern vollzieht sich meist unter anderen Voraussetzungen. Als Folge der Landflucht jüngerer Menschen und auf Grund hoher Geburtenraten wächst die städtische Bevölkerung dort oft noch wesentlich rascher als einst in Europa oder Nordamerika. Das städtische Wachstum wird häufig aber nicht durch die Expansion des gewerblich-industriellen Sektors ausgelöst und wirtschaftlich abgesichert, sondern diese hinkt der Bevölkerungszunahme hinterher. Trotzdem bieten die Städte meist mehr Überlebensmöglichkeiten als die übervölkerten und übernutzten ländlichen Regionen und ziehen deshalb immer neue Zuwanderer an.

Berechnungen der UN Population Division zeigen an, wie sich die städtische Bevölkerung seit 1950 entwickelt hat und bis 2050 voraussichtlich weiter entwickeln wird. Dabei stützen sie sich 2025 erstmals auf eine neue Definition von Stadt: Diese richtet sich nicht mehr nach den administrativen Einteilungen und statistischen Vorgaben der einzelnen Staaten, sondern weltweit einheitlich nach der Siedlungsdichte, wie sie u.a. durch Satellitenaufnahmen ermittelt werden kann. Sie unterscheidet zwischen Cities, städtischen Zentren mit mindestens 50000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte ab 1500 Einwohnern je qkm, und Towns, einem Siedlungstyp mit mindestens 5000 Einwohnern und einer Dichte ab 300 Einwohnern je qkm, häufig in der Form einer städtischen Randzone im Übergang zum ländlichen Bereich. 2025 lebten bereits 80% der Weltbevölkerung in hoch- und mittelverdichteten städtischen Gebieten. Dieser Anteil steigt bis 2050 voraussichtlich auf knapp 83%; davon entfallen 48% auf die großen Städte (Cities). Vorangetrieben wird diese Entwicklung besonders durch das dynamische Städtewachstum in Afrika und in Süd-, Südost- und Ostasien.

Ausgabe: 02/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Zuletzt angesehen