PISA 2018

PISA 2018

Infografik Nr. 515121

Der erste internationale Schüler-Vergleichstest PISA (Programme for International Student Assessment) im Jahr 2000 hatte dem deutschen Schulwesen ein wenig befriedigendes Leistungsniveau bescheinigt. Im Durchschnitt waren die deutschen Schüler sowohl bei mathematischen und naturwissenschaftlichen Aufgaben als auch bei der Lesekompetenz hinter dem mittleren Ergebnis der OECD-Länder (Industrieländer) zurückgeblieben. Gut ein Jahrzehnt später ließen die Ergebnisse des PISA-Tests 2012 klare Verbesserungen erkennen: Diesmal lagen die deutschen Schüler in allen drei Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt. Doch beim PISA-Test 2018 verschlechterten sich die Schüler hierzulande wieder deutlich.

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Der erste internationale Schüler-Vergleichstest PISA (Programme for International Student Assessment) im Jahr 2000 hatte dem deutschen Schulwesen ein wenig befriedigendes Leistungsniveau bescheinigt. Im Durchschnitt waren die deutschen Schüler sowohl bei mathematischen und naturwissenschaftlichen Aufgaben als auch bei der Lesekompetenz hinter dem mittleren Ergebnis der OECD-Länder (Industrieländer) zurückgeblieben. Der Schock über dieses schwache Abschneiden war groß und löste eine Reihe von Reformen aus, die im föderal gegliederten deutschen Bildungssystem allerdings oft unterschiedliche Wege einschlugen. Gut ein Jahrzehnt später ließen die Ergebnisse des PISA-Tests 2012 klare Verbesserungen erkennen: Diesmal lagen die deutschen Schüler in allen drei Kompetenzbereichen über dem OECD-Durchschnitt. Doch beim PISA-Test 2018 verschlechterten sich die Schüler hierzulande wieder deutlich: In Mathematik und Naturwissenschaften fielen sie mit nur noch 500 bzw. 503 Punkten auf das Niveau von 2003 zurück, und auch im Lesen blieben sie mit 498 Punkten klar unter dem Ergebnis von 2012. Damit lagen die Schüler in Deutschland zwar immer noch über dem OECD-Durchschnitt, waren aber in ihrer Gesamtheit nach wie vor weit von den Spitzenleistungen vor allem der ostasiatischen Teilnehmerländer entfernt. An der Testrunde 2018 nahmen insgesamt rund 600 000 Fünfzehnjährige aus 79 Ländern teil.

Aufschlussreich ist aber nicht allein der Leistungsdurchschnitt, sondern auch, wie weit die Einzelergebnisse um diesen Mittelwert streuen. Werden die Schüler nach ihrer Leistungsstärke in sechs Kompetenzstufen aufgeteilt, so ergab PISA 2018 im Bereich Mathematik, dass 13,3 % der Schüler den beiden obersten Stufen zuzurechnen waren, 21,1 % dagegen der untersten Stufe. Ähnlich war es bei Naturwissenschaften und beim Lesen, wo ebenfalls etwa 20 % der Schüler nur die unterste Kompetenzstufe erreichten. Jeder fünfte Schüler war also nur unzulänglich für die Herausforderungen des späteren Lebens gerüstet.

Unterschiede zeigten sich einerseits abhängig vom Geschlecht. So schnitten Mädchen beim Lesen deutlich besser ab als Jungen, in Mathematik lagen dagegen die Jungen leicht vorne. Eine wichtige Einflussgröße ist aber vor allem die soziale Herkunft. Schüler aus Familien mit niedrigem Bildungs- und Wohlstandsniveau hatten in allen Ländern ein erhöhtes Risiko für Leistungsdefizite. Starken Einfluss auf die Lesekompetenz hatte außerdem ein Migrationshintergrund (beide Eltern nicht in Deutschland geboren) – nicht nur wegen der fremden Muttersprache, sondern auch, weil in der Hälfte der Fälle zugleich ein sozioökonomisch ungünstiger Hintergrund bestand.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 01/2020
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