Privatschulen
Infografik Nr. 515341
Eltern, die einen anderen (besseren?) Unterricht und einen geschützten Raum für ihre Kinder suchen, weichen oft auf eine Privatschule aus. Inzwischen besuchen 9 Prozent aller Schülerinnen und Schüler im allgemeinbildenden Schulwesen eine solche Schule. Wie unterscheidet sich der Anteil der "Schulen in freier Trägerschaft" nach Schularten und Bundesländern?
Viele Eltern in Deutschland schicken ihre Kinder auf eine Privatschule. Sie suchen nach einer Alternative zum staatlichen Schulbetrieb, weil sie eine konfessionell oder weltanschaulich geprägte Einrichtung bevorzugen oder weil sie ein freundlicheres Lernklima, individuellere Förderung und neue Unterrichtskonzepte wünschen. Die bestehenden Privatschulen oder besser: Schulen in freier Trägerschaft decken ein breites Spektrum ab. In der Regel können solche Schulen nach Landesrecht errichtet oder betrieben werden. Die allgemeinbildenden Privatschulen stehen häufig in kirchlicher (katholischer oder evangelischer) Trägerschaft. Eine wichtige Rolle spielen auch die Freien Waldorfschulen, die der anthroposophischen Pädagogik von Rudolf Steiner nahestehen. Viele andere werden von Privatpersonen oder Vereinen getragen; dabei treten neben gemeinnützigen auch kommerzielle Schulträger auf. Artikel 7 des Grundgesetzes gewährt das Recht zur Errichtung privater Schulen mit staatlicher Genehmigung, sofern sie in ihren Lernzielen, ihrer Einrichtung und der Qualifikation ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen. Die Privatschulen werden von den Ländern in unterschiedlichem Umfang finanziell unterstützt; sie unterliegen der staatlichen Schulaufsicht.
Im Schuljahr 2024/25 waren in Deutschland 3 489 allgemeinbildende Privatschulen zugelassen. Innerhalb von zwanzig Jahren, seit 2004/05, hat ihre Zahl damit um fast 50 % zugenommen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg im gleichen Zeitraum von 606 000 auf nahezu 800 000 (+32 %). Über alle Schularten hinweg besuchten damit 9,0 % der Schüler/-innen eine Privatschule. Bei den Gymnasien lag der Schüleranteil der Privatschulen bei 12,0 %, bei den sonderpädagogischen Förderschulen sogar bei 22,1 %. Insgesamt ist der Anteil der Privatschulen in Deutschland jedoch deutlich niedriger als in den westeuropäischen Nachbarländern.
In den Bundesländern schwankt der Anteil der Schulen in freier Trägerschaft an der Gesamtzahl der allgemeinbildenden Schulen zwischen 7 % in Niedersachsen und mehr als 20 % in Mecklenburg-Vorpommern. Der Anteil der Schüler/-innen, die eine Privatschule besuchen, bewegt sich zwischen knapp 6 % in Schleswig-Holstein und nahezu 13 % in Mecklenburg-Vorpommern, an den Gymnasien ist er in Bremen (mit fast 18 %), Nordrhein-Westfalen (16 %), Rheinland-Pfalz (15 %) und Brandenburg (14 %) am höchsten. Von Eltern werden Privatschulen trotz der finanziellen Belastung durch Schulgebühren häufig bevorzugt, weil sie sich von ihnen einen besseren Schulerfolg und einen sozial geschützten Raum für ihre Kinder versprechen.
| Ausgabe: | 07/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |